Andenken christlicher Liebe an die bei dem Schiffbruch der „Deutschland“ 

am 06. Dezember 1875 verunglückten Schwestern 

(Auszug vom Totenzettel) 

Die Kongregation der Schwestern des Hl. Franziskus, Töchter der Hl. Herzen Jesu und Mariä, wurde von Mutter M. Clara Pfänder 1860 in Olpe, Deutschland, gegründet.  1863 wurde das Mutterhaus nach Salzkotten, Deutschland, verlegt, wo es bis heute verblieben ist. 

1871/1872 entflammte Reichskanzler Bismarck durch verschiedene Gesetze den Kulturkampf, um damit zu verhindern, dass die katholische Kirche Einfluss nahm auf die Politik im Lande. Entscheidend waren vor allem die sogenannten Falk’schen Gesetze vom Mai 1872.

(Auszug aus diesen Gesetzen:   „Ausschluss aller Orden und ordensähnlicher Genossenschaften vom Gebiet des preußischen Staates. Neue Niederlassungen dürfen nicht errichtet werden, bestehende sind innerhalb von sechs Monaten aufzulösen;………“) 

Viele Schwestern und Brüder der religiösen Orden mussten in die Verbannung gehen. Dieses hatte indirekt und glücklicherweise zu Folge, dass die Frohe Botschaft weit in die Welt hinaus verkündet werden konnte. 

So sah sich auch Mutter M.Clara Pfänder, Gründerin der Kongregation der Franziskanerinnen von Salzkotten, Paderborn, gezwungen, ihre Schwestern in andere Länder zu schicken. Sie gab damit gleichzeitig Antworten auf von dort kommende Anfragen. Ab Dezember 1872 waren  bereits mehrere Schwestern nach Carondelet / St. Louis in den USA ausgewandert. 

dampfer

Als am 04.Dezember 1875, die „Deutschland“ Bremerhaven verließ, waren unter den Passagieren auch fünf Schwestern, Franziskanerinnen von Salzkotten: 

Sr. M. Henrica Fassbänder,               28 Jahre

Sr. M. Barbara Hültenschmidt,           32 Jahre 

Sr. M. Norberta Reinkober,               30 Jahre 

Sr. M. Brigitta Damhorst,                   27 Jahre 

Sr. M . Aurea Badziura,                     24 Jahre 

Sie waren bereit, in einem fremden Land einen neuen Anfang zu machen.  

Das gute Wetter, das zu Beginn der Reise die Fahrt begünstigte, hielt nicht lange an. 

Ein gewaltiger Sturm und heftiges Schneegestöber setzte ein, das Schiff verlor seine Richtung. Am Montagmorgen gegen 5 Uhr geriet es auf eine Sandbank: Kentish-Knock, etwa 30 km vor Harwich.

course of the deutschland

Die Route des Dampfschiffes „Deutschland“

____________geplante Route                                                     -----------------tatsächliche Route 

Es vergingen mehr als 28 Stunden, bevor Hilfe kam. Das Schiff mit seinen Passagieren  war erbarmungslos der hohen See und den steigenden Wassern ausgesetzt. Die Passagiere konnten in der Ferne Schiffe entdecken, die jedoch nicht in der Lage waren, ihnen zu Hilfe zu kommen.

Viele Notrufsignale wurden ausgesandt; sie wurden auch beantwortet, aber es kam keine Hilfe.

Das schließlich von Harwich kommende Dampfschiff “Liverpool” konnte 69 Passagiere und 86 Personen der Schiffsbesatzung retten. Insgesamt verloren 60 Menschen das Leben, unter ihnen die fünf Schwestern. Tröstlich war das Wissen darum, dass die Schwestern in der Todesnot mit den Mitreisenden gebetet und ihnen bei den Rettungsversuchen den Vortritt gelassen hatten, wodurch sie selbst den Tod in den Fluten fanden. 

deaths sisters

Nur von vier Schwestern konnten die Leichen geborgen werden. Sie wurden von Franziskanerpatres nach Stratford, einem kleinen Ort in der Nähe Londons, gebracht.

Cardinal Manning von Westminster bezeugte in seiner Predigt während des Beerdigungsamtes in der St. Francis - Church in Stratford:

….Als sich endlich für sie eine Rettungsmöglichkeit auftat, lehnten sie ab und überließen anderen ihren Platz, um sich zu retten…. Sie stärkten und ermutigten jene, die mit ihnen dem nahen Tod ins Auge sahen.

"Wenn es ihnen auch nicht vergönnt war, in Amerika für die Kongregation eine erfolgreiche äußere Wirksamkeit zu entfalten, so hat Gott doch das Opfer ihres Lebens reichlich gesegnet. Die Schwestern wurden zum Samen, der hundertfältige Frucht getragen hat. In der amerikanischen Provinz zur hl. Clara ist ihre Verehrung besonders lebendig.“ 

Wenn es ihnen auch nicht vergönnt war, in Amerika für die Kongregation eine erfolgreiche äußere Wirksamkeit zu entfalten, so hat Gott doch das Opfer ihres Lebens reichlich gesegnet. Die Schwestern wurden zum Samen, der hundertfältige Frucht getragen hat. In der amerikanischen Provinz zur hl. Clara ist ihre Verehrung besonders lebendig.

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http://zdfexpedition.zdf.de/ZDFde/inhalt/12/0,1872,1021580_idDispatch:7550889,00.html 

Gerard Manley Hopkins, SJ „The Wreck of the Deutschland“       (mehr: Auszug des Gedichtes) 

Michael Klaus Wernicke: Gescheiterte Rettung - Fünf Franziskanerinnen und der Schiffbruch der "Deutschland" 1875

 

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