„…denn alle, die er schon im Voraus erkannt hat,
hat er auch im Voraus dazu bestimmt,
an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben.“
Röm 8,29a
aus dem Offizium vom Gedenktag
der hl. Maria Magdalena,
Erzbistum PB, 21.07.2020

 

Dankbar für all ihre Liebe und Sorge nehmen wir Abschied von unserer Mitschwester

 

Sr Theofriedis

 

 

 

 

 

 Schwester M. Theofriedis

vom hl. Josef
geb. Josefine Dierkes
geboren am 22. 10. 1934
und heimgerufen ins ewige Leben am 21. 07. 2020.
 

 

 

 

 

Zum Heimgang von Schw. M. Theofriedis Dierkes

„… denn alle, die er im Voraus erkannt hat, hat er auch im Voraus dazu bestimmt, an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilzuhaben.“ Röm 8,29a

 

Dieses Schriftwort ist dem Totenbrief von unserer verstorbenen Schw. M. Theofriedis vorangestellt.

„An Wesen und Gestalt seines Sohnes teilhaben“. Ja, das dürfen wir sagen, Schw. M. Theofriedis hatte teil. So haben wir Mitschwestern sie erlebt.

Mit großer Liebe und Hingabe hat Schw. M. Theofriedis sehr still und selbstverständlich gelebt, geliebt, gewirkt. Ein guter Geist im Haus war sie, unermüdlich im Einsatz, umsichtig und überall da, wo sie gebraucht wurde. Keine Arbeit im Haus, in der Sakristei, im Garten war ihr zu viel oder fremd. Jeder von uns wird sie so in Erinnerung behalten und mit unserem Ferienhaus, die Marienau in Heppenschwand, verbinden.

Jahrzehntelang diente sie uns und allen Gästen in diesem Haus. Vom Sommer 1970 bis zum Herbst 2015 lebte und wirkte sie in der Marienau in Heppenschwand. Sie war nicht wegzudenken. Zum Schluss ließen ihre Kräfte allerdings sehr nach, so dass wir sie 2015 zum Mutterhaus und in den Pflegebereich St. Clara holen mussten, wo sie ein langes und schweres Krankenlager geduldig annahm. Ganz still durchlebte sie auch diese Lebensphase, treu begleitet und unterstützt von unseren Pflegerinnen und Mitschwestern, die ihr ihr Leiden zu erleichtern versuchten. Und nicht zu vergessen die Angehörigen und unsere treuen und langjährigen Mitarbeiterinnen der Marienau, die sie trotz der großen Entfernung immer mal wieder besuchten. Dann strahlten ihre Augen bis zuletzt, wenn wir ihre Namen erwähnten und Grüße ausrichteten. Für dieses treue Mitgehen, für alle Pflege und Aufrechterhalten von Beziehungen, sagen wir allen von Herzen danke.

Schw. M. Theofriedis wurde am 22.10.1934 in Sögel, Kreis Aschendorf, geboren und erhielt den Namen Josefine. Ihr Vater, Theodor Dierkes, war Postbeamter, ihre Mutter Anna, geb. Grotjohann, verstarb bei der Geburt ihres dritten Kindes. Josefine, Schw. M. Theofriedis, die Erstgeborene, war erst vier Jahre alt als die Mutter starb. Sie wuchs mit ihren zwei Brüdern auf. Von ihrem siebten bis fünfzehnten Lebensjahr besuchte sie acht Jahre die kath. Volksschule in Sögel. Nach Beenden ihrer Schulzeit arbeitete sie zunächst fünf Jahre im landwirtschaftlichen Betrieb ihrer Tante in Eisten, dann weitere fünf Jahre in einem landwirtschaftlichen Betrieb in Lahn. Im Februar 1961 ging sie für ein Jahr in das Kreiskrankenhaus in Sögel zur Erlernung der Küche. Hier lernte sie unsere Schwestern sicher näher kennen und in dieser Zeit mag ihre Berufung zum Ordensleben gewachsen sein und ihre Entscheidung, diesem Ruf zu folgen. Sie schreibt in ihrem Lebenslauf, dass sie nach dem Lehrjahr bis zu ihrem Eintritt ins Kloster im Krankenhaus arbeitete. Am 24. August 1962 ist ihr Eintrittstag in unsere Gemeinschaft, am 19. Mai 1963 findet ihre Einkleidung statt und sie erhält den Ordensnamen Schw. M. Theofriedis vom hl. Josef. Am 19. Mai 1965 legte sie ihre erste Profess für ein Jahr ab und erneuerte diese im Mai 1966 für ein Jahr und 1967 für drei Jahre. Im Mai 1970 legte sie die ewige Profess ab. In diesen ersten Ordensjahren war Schw. M. Theofriedis zeitweise in der Mutterhausküche, im Krankenhaus in Castrop Rauxel, im Altenheim in Iserlohn und wieder in der Mutterhausküche. Bis sie 1970, nach ihrer ewigen Profess, in die Marienau in Heppenschwand versetzt wurde und dort 45 Jahre ihre Lebenskraft einsetzte.

Bei diesem kurzen Rückblick werden vielen von uns Erinnerungen persönlicher Art mit ihr lebendig werden. Schw. M. Theofriedis ist von ihrem Leiden erlöst und von Gott heimgeholt, wo es viele Wohnungen gibt. Wir Schwestern danken ihr für all ihre Liebe und bewahren sie in lieber Verbundenheit.

Gott möge ihre Lebenshingabe, ihren Dienst in reichem Maße lohnen.

Danken wir nun in der Eucharistiefeier Gott für das Geschenk ihrer Berufung, für das Geschenk, das sie für uns und für viele Menschen war. Und bitten wir ihn, dass sie nun in der Liebe Gottes geborgen sein möge und teil hat an der ewigen Freude.

Schw. M. Angela Benoit