„Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen.“
Psalm 91,11
friedhofskreuz salzkotten
 
 
 
 
 Am 23. 09. 2019 wurde in Salzkotten
unsere liebe Mitschwester
 
 Schwester M. Edelrad
 
vom hl. Herzen Jesu
geb. Marianne Therese Breuer
 
heimgerufen ins ewige Leben.
 
 
 

 

 

Zum Heimgang von Schw. M. Edelrad Breuer

„Denn er hat seinen Engeln befohlen,
dass sie dich behüten auf all deinen Wegen.“ Ps 91,11

Dieses Psalmwort ist dem Totenbrief von unserer verstorbenen Schw. M. Edelrad vorangestellt.

Nach einem längeren Leidensweg wurde sie am 23.09.2019 von „Engeln auf ihrem Weg“ in die Ewigkeit begleitet. Ihr wurde die Erlösung von ihrem geduldigen Leiden geschenkt. Schw. M. Edelrad wurde am 12.11.1927 als Marianne Breuer In Hilterscheid im Kreis Euskirchen geboren. Sie wuchs mit fünf Geschwistern in dem elterlichen landwirtschaftlichen Betrieb auf. Von 1934 – 1942 besuchte sie die katholische Volksschule in Kalenberg/Vlatten. Sie war eine gute Schülerin, denn ihr Entlassungszeugnis enthält entsprechende Noten. Von 1942 – 1947 war sie im elterlichen Haushalt tätig. Anschließend fand sie für ein Jahr ihren Einsatz im Nähzimmer im Kreuserstift des Kreis-Krankenhauses in Mechernich. Dieses war in der Nähe des Heimatortes. Von 1948 – 1952 fand sie ein Betätigungsfeld als Hilfe auf der dortigen Kinderstation. Hier lernte sie uns Franziskanerinnen kennen, die im Krankenhaus lebten und wirkten. In Schw. M. Edelrad reifte ihre Berufung zum Ordensleben, und sie bat 1952 um die Aufnahme in unsere Gemeinschaft. Am 05.08.1952 erhielt sie die Aufnahme. Am 19. Mai 1953 wurde sie eingekleidet und erhielt den Namen Edelrad mit dem Titel „vom Hl. Herzen Jesu“. Im Mai 1955 legte sie die zeitliche und im Mai 1959 die ewige Profess ab. In diesen Jahren war sie von 1954 – 1957 bei den körperbehinderten Kindern im Josefsheim Bigge eingesetzt. Bereits vor ihrem Eintritt wurde ihr in einem Zeugnis ein „gutes pädagogisches Geschick“ bescheinigt. Auch ihre stets freundliche Hilfsbereitschaft und ihre mütterlich-sorgende Betreuung wurden darin zum Ausdruck gebracht. Mit diesen Befähigungen erhielt sie von 1957 – 1959 in Freiburg die Ausbildung zur Kindergärtnerin, die sie mit einem guten Examen abschloss. Anschließend war sie in Kindergärten verschiedener Einrichtungen eingesetzt: in Oberzier, in Rhynern, in Warburg, und dann erhielt sie für 21 Jahre ihr Tätigkeitsfeld wieder bei den körperbehinderten Kindern und später bei männlichen Jugendlichen im Josefsheim Bigge. Für ihre Kinder und Jungs tat sie alles. Sie pflegte Kontakte zu den Angehörigen und sorgte sich besonders um die Behinderten, die keinen Besuch von Angehörigen bekamen. Sie war sehr darauf bedacht, ihnen ein Zuhause zu geben. Sie hatte immer wieder neue Ideen, den Behinderten insgesamt Freude zu bereiten. In der Einrichtung des Josefsheimes gab es in den Jahren immer wieder Veränderungen. Die bestehende Gruppe wurde aufgelöst und anders zugeordnet. Damit wurden auch die Einsatzbereiche der Schwestern verändert.

In Düren-Birkesdorf fand Schw. M. Edelrad ein neues Aufgabengebiet: die Sorge für die Kapelle des Marien-Krankenhauses. Nach einer kurzen Einlebungszeit, sowohl in die kleine Kommunität als auch in ihre neue Aufgabe als Sakristanin, hat sie diesen Dienst mit viel Liebe und Hingabe ausgeübt. Der sogenannte Küsterdienst, der Blumenschmuck war ihr ein besonderes Anliegen, die Kontakte zu den Kranken und Mitarbeiterinnen waren ihr sehr wichtig. Auch setzte sie sich für alle möglichen Belange ein, die der Alltag mit sich brachte. Vor allem half sie gern mit im Nähzimmer.

Auch hier gab es von Seiten der Krankenhausleitung Änderungen. Das hatte zur Folge, dass die Kommunität bis auf zwei Schwestern aufgelöst wurde. Die fortschreitende rheumatische Erkrankung von Schw. M. Edelrad hatte zur Folge, dass sie im Wohnbereich St. Clara ihr neues Zuhause erhielt. Hier verbrachte sie ihren Lebensabend. Soweit es ihre Kräfte erlaubten, übernahm sie kleine Aufgaben. Sehr gern hat sie sich kreativ beschäftigt, vor allem mit Handarbeiten. Schon in jüngeren Jahren hat sie wunderschöne Handarbeiten hergestellt.

Zunehmend ließen ihre körperlichen Kräfte nach, sodass sie schon bald pflegebedürftig wurde. Trotz all ihrer Beschwerden hielt sie sich beweglich mit ihrem Rollator und machte ihre Runde durch St. Clara und das Mutterhaus. Diese Wege schaffte sie nur mit ihrer Willensstärke. Sie freute sich über jeden Besuch. Im Gespräch äußerte sie sich manches Mal ein wenig verschmitzt oder humorvoll. Bei dieser Rückschau werden bei manchen Schwestern, die mit ihr zusammenlebten, Erinnerungen lebendig.

Nun ist sie heimgekehrt und lebt in der ewigen Herrlichkeit. Wir Schwestern danken Schw. M. Edelrad für ihr Leben und Wirken in der Gemeinschaft, dass sie eine Mitschwester von uns war. Gott möge ihre Lebenshingabe in reichem Maße lohnen.

Schwester M. Hildegarde Voß

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