„Der Herr ist mein Hirt;
er führt mich an Wasser des Lebens.“
nach Psalm 23.1,2
 
 
 
 
 
 
friedhofskreuz salzkottenAm 6. September 2019 wurde in Salzkotten
unsere liebe Mitschwester

 

Schwester M. Reinlind

v. d. Königin des Friedens

geb. Monika Minge
heimgerufen ins ewige Leben.
 
 
 
 
 
 
 

Zum Heimgang von Schw. M. Reinlind Minge

Es war immer der Wunsch von Schw. M. Reinlind, eines plötzlichen Todes zu sterben, und diesen Wunsch hat der liebe Gott ihr erfüllt.

Noch am Nachmittag des 06.09.2019 nahm sie an einem Angebot für die Schwestern im Oratorium teil. Dann war es kurz vor Mitternacht, als sie Luftnot erlitt, wie schon öfter in den vergangenen Monaten. Es wurde sofort der Notarzt gerufen. Dieser stand sozusagen schon vor der Tür, und Schw. M. Reinlind tat ihren letzten Atemzug.

Mit dem Text aus dem Psalm 23 „Der Herr ist mein Hirt; er führt mich an Wasser des Lebens“, ist Schw. M. Reinlind durch ihren Tod an „Wasser des Lebens“ geführt worden.

Gott hat sie nach ihrer langjährigen Erkrankung heimgeholt in sein ewiges Reich.

Wer war nun Schw. M. Reinlind? Sie wurde am 29. Mai 1938 in Berlin-Neukölln als Monika Minge geboren. Sie wuchs in ihrer Familie mit vier Geschwistern auf, von denen einer ihr Zwillingsbruder war. Ihr Vater war Polizeimeister und erhielt 1942 seinen neuen Einsatz in Rönkhausen im Sauerland. 1944 besuchte Schw. M. Reinlind die Volksschule in Berghausen bei Meschede und erhielt 1953 den Schulabschluss. Zwischenzeitlich war sie ein Jahr erkrankt. Nach ihrer Schulentlassung half sie ein Jahr im Haushalt der Familie. Anschließend war sie als Hausgehilfin im Marienheim in Westenholz tätig und besuchte drei Jahre die Berufsschule in Delbrück. Hier muss sie eine sehr schöne Zeit erlebt haben, denn immer wieder erzählte sie gern davon. Hier lernte sie uns, die Franziskanerinnen Salzkotten, kennen. In ihr reifte ihre Berufung zum Ordensleben, und sie bat schon bald um die Aufnahme in unsere Gemeinschaft.

Am 8. März 1960 wurde sie ins Postulat aufgenommen, es folgte am 19.November 1960 ihre Einkleidung, und sie erhielt den Namen Schw. M. Reinlind mit dem Titel von der „Königin des Friedens“. Im Mai 1963 legte sie die zeitliche und 1968 die ewige Profess ab. In diesen Jahren war sie in verschiedenen Aufgabenbereichen tätig: im Kinderheim in Bad-Lippspringe und Iserlohn, im Refektor in Hagen-Boele und Iserlohn, im Speisesaal im Marienheim in Salzkotten und in Essen. Zwischenzeitlich hat sie an einer Fortbildung im hauswirtschaftlichen Bereich im Meinwerk-Institut in Paderborn teilgenommen. Im Altenheim in Raeren in Belgien hatte sie fünf Jahre den Kapellen- und den Pfortendienst. Der Abschied von hier fiel ihr schwer, als sie einen neuen Einsatz im Refektor und an der Pforte in unserem Franziskushaus in Goldenstedt erhielt. Aber überall hat Schw. M. Reinlind sich schnell eingelebt, und mit ihrer lebensfrohen und munteren Art hat sie schnell die Herzen der Menschen gewonnen.

Sie war sehr kreativ und bereitete überall gern Freude. Sie konnte gut mit Kindern umgehen, aber auch mit alten Menschen. Ihre kreativen Fähigkeiten hat sie gern in der Beschäftigung mit den Altenheimbewohnern eingesetzt. Sie hatte immer wieder neue Ideen und verstand es, aus einfachem Material schöne Dekorationen zu gestalten. Die gefertigten Sachen hat sie im Hausbasar oder während Sommer- und Stadtfesten zum Verkauf angeboten. Der Erlös war für unsere Missionsprojekte bestimmt. 10 Jahre hat Schw. M. Reinlind im Clara-Pfänder-Haus gewirkt. Es machte ihr Freude, die Altenheimbewohnerinnen und Bewohner kreativ zu beschäftigen, mit ihnen die Freizeit zu gestalten. Durch ihren Pfortendienst hatte sie ständig neue Kontakte mit den Besuchern. Viele Jahre hat sie sich eingesetzt für die Obdachlosen in Paderborn und mitgewirkt bei Veranstaltungen, besonders während des Liborifestes und in der Adventszeit.

Schw. M. Reinlind hatte noch so viele Pläne, die sie verwirklichen wollte, aber ihre Erkrankung hat es verhindert. Im Januar 2011 erlitt sie den Schlaganfall und wurde im Pflegebereich St. Clara aufgenommen. Diese schwere Erkrankung hat ihr sehr zu schaffen gemacht. Trotz aller physikalischen Behandlungen trat kaum eine Besserung ein. Wie gern hat sie sich doch eingesetzt für die Belange des Alltags in ihrem Umfeld. Schw. M. Reinlind war auch sehr musikalisch. Mit ihrer einseitigen Lähmung hat sie alle Energie daran gesetzt, ihre Muskeln zu aktivieren, um auf dem Keyboard spielen zu können. Sie hat es auch sehr schwer verkraftet, dass ihr Zwillingsbruder vor einigen Jahren so schnell verstorben ist. Er und überhaupt ihre Familie hielten regen Kontakt und besuchten sie regelmäßig. Trotz ihrer Erkrankung, die ihr sehr viel Geduld abverlangte, nahm Schw. M. Reinlind an Angeboten im Pflegebereich und darüber hinaus teil. Sie hatte die Gabe, Mitschwestern und Bewohnerinnen zu ermuntern. Ihre sehr humorvolle Art kam bei ihr immer wieder zum Ausdruck. Sie hat lange Zeit nicht die Hoffnung aufgegeben, dass bei ihr doch noch eine Besserung eintreten könnte. Aber sie musste erkennen, dass es nicht möglich war, und das machte sie oft sehr traurig.

Nun ist sie heimgekehrt und darf den Platz einnehmen, den Gott ihr bereitet hat. Wir danken Schw. M. Reinlind für ihr Leben und Wirken in und mit unserer Gemeinschaft. Gott wird ihr ihre Lebenshingabe in reichem Maße lohnen.

Schwester M. Hildegarde Voß

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