Denn ich weiß, dass mir dies zum Heil
ausgehen wird durch euer Gebet und
durch den Beistand des Geistes Jesu Christi.
Philipper 1,19

 

 

friedhofskreuz salzkotten

 

 Am 22. 08. 2019 wurde in Salzkotten

unsere liebe Mitschwester

 

Schwester M. Seraphia

vom Heiligen Geist

 

geb. Agnes Elisabeth Hakenberg

heimgerufen ins ewige Leben.

 

 

 

 

Zum Heimgang von Schwester M. Seraphia Hakenberg

Aus dem Brief des hl. Apostel Paulus an die Philipper:

„Denn ich weiß, dass mir dies zum Heil ausgehen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi.“ Phil 1,19

Im frühen Nachmittag, am Fest Maria Königin, erlöste Gott Schw. M. Seraphia von ihrem langen Leiden und holte sie zu sich in seine Liebe. Davon sind wir überzeugt, das glauben wir, das erbitten wir für sie in dieser Eucharistiefeier und in unseren sie begleitenden Gebeten.

14 lange Jahre lebte Schw. M. Seraphia selbst als Bewohnerin seit 2005 in unserem Altenheim St. Clara, da ihre körperlichen Kräfte stark nachließen. Zunächst konnte sie noch einige Jahre die Oberin des Schwesternkonventes St. Clara durch ihre Mitsorge unterstützen. Dann kam die Zeit, wo ihr auch das genommen wurde und sie zunehmend selbst auf jegliche Hilfe angewiesen war. Diese schwere Lebenszeit nahm sie still und selbstverständlich an. Ihr Geist blieb sehr wach und an allem interessiert was in der Gemeinschaft, in Politik und Welt geschah. Dieses Interesse bewahrte sie sich, offen gegenüber allen Angeboten der Gemeinschaft und aktuellen Themen. Mir persönlich wird ein letztes, überraschend tiefes Gespräch vor meiner Abreise nach Rumänien besonders in Erinnerung bleiben. Einen Tag später verlor sie innerhalb weniger Minuten ihr Bewusstsein. In den folgenden Tagen gab es kurze Zeitabschnitte, wo wir den Eindruck hatten, sie nimmt uns wahr, sie erkennt uns.

„Schließe die Tür leise, so beginnt für Dich der Frieden.“ Dieser Spruch von Viktoria Neuer fiel mir in die Hand. Die Tür von Schw. M. Seraphia schloss sich vor unseren Augen plötzlich und ganz leise und es umgab sie ein großer Friede.

Schw. M. Seraphia lebte aus dieser Glaubensgewissheit, dass auch diese schwere Lebenszeit ihr zum Heil sein wird, dass der Hl. Geist, den sie sehr verehrte, sie stärke und durch alles hindurchtrage. Innig verehrte sie Maria, an deren Fest „Mariakönigin“ sie heimgeholt wurde. Sie vertraute sich unserem Gebet an und stärkte ihrerseits die Gemeinschaft durch ihr Beten und Leiden. Einige Schwestern, die beim Abschied um sie versammelt waren, begannen ganz spontan, nach einer Zeit der Stille, sich an frohe, gemeinsame Erlebnisse zu erinnern und diese zu erzählen. Während der gemeinsamen Ferienaufenthalte im Schwarzwald muss sie oftmals die Ursache der Freude gewesen sein. Schw. M. Seraphia hatte offensichtlich einen frohen, spritzigen Humor, sorgte für Lachen und Leben in der Gemeinschaft.

Ein kurzer Rückblick in ihren Lebenslauf zeigt, wie sie ihr ganzes Leben mit viel Liebe, Talent und Umsicht für Kinder, Jugendliche und alte und kranke Menschen eingesetzt hat.

Geboren wurde sie am 10. Oktober 1928 in Neheim, Kreis Arnsberg und auf den Namen Agnes getauft. Mit zwei Brüdern wuchs sie auf. Nach Abschluss der Volksschule absolvierte sie 1943 ihr Pflichtjahr bei einem Bauern. Ostern 1944 besuchte sie zunächst die Städt. Handelsschule in Neheim-Hüsten, wurde aber im Herbst desselben Jahres schon in einem Rüstungsbetrieb eingesetzt. Nach Beendigung der Kampfhandlungen, schreibt sie in ihrem Lebenslauf, wollte sie nicht länger in diesem fraglichen Betrieb arbeiten und betätigte sich bis Oktober 1945 im elterlichen Haushalt. Dann begannen zwei aufeinander folgende Ausbildungsjahre in unserem Marienheim in Salzkotten: Kinderpflege und Hauswirtschaft. Dieser Ausbildung folgte ein praktisches Jahr im Kreiskinderheim Bürvenich/Düren bis April 1949.

Am 24. August 1949 trat sie in unsere Gemeinschaft ein und wurde am 19.5.1950 in das Noviziat aufgenommen. Sie erhielt den Namen Schw. M. Seraphia und den Ordenstitel „vom Hl. Geist“. Am 19.5.1952 legte sie ihre zeitliche und am 19.5.1955 ihre ewige Profess ab. Diesen ersten Ausbildungen folgten sehr bald im Orden weitere. Schon nach der zeitlichen Profess absolvierte Schw. M. Seraphia in Freiburg die Ausbildung zur Kindergärtnerin Später folgte in Frankfurt der internationale Lehrgang zur Ausbildung von Montessori-Lehrkräften. Schw. M. Seraphia war entsprechend dieser Vorbereitung in den verschiedenen Kindergärten eingesetzt, in Merzenich, Boele, Castrop und Lütgendortmund. 1966 übernahm sie die Verantwortung für das Kinderheim Kreuserstift in Mechernich. Im April 1977 wurde ihr für dieses Haus und den Schwesternkonvent das Amt der Oberin übertragen, das sie mit Freude und hoher Kompetenz bis September 1985 ausübte.

Zwei Briefe zeugen von der großen Hochschätzung ihrer Person, ihren persönlichen Fähigkeiten, ihrem klugen Rat. Ende 1983 schreibt der Pfarrer, etwas später der Pfarrgemeinderat einen Brief an die damalige Provinzoberin. Beide Briefe zeugen von der Sorge, dass Schw. M. Seraphia als Oberin bald versetzt werden könnte. Aus Liebe zur Pfarrgemeinde bitten sie die Provinzoberin um Aufschub. Die Pfarrgemeinde sei gerade nach einer ungeheuer schweren Zeit, nach heftigen Konflikten und tiefgreifenden Spannungen gut auf dem Weg. Die drohende Spaltung sei überwunden, vor allem dank der Unterstützung und klugen Beratung durch Schw. M. Seraphia. Als Mitglied des Pfarrgemeinderates genieße sie ein hohes Ansehen. Die damalige Provinzoberin begegnete dieser Bitte mit Wohlwollen. Zwei Jahre später wurde sie im September 1985 jedoch vom Provinzkapitel zur Provinzassistentin für sechs Jahre gewählt und musste aufgrund dessen zum Mutterhaus wechseln. Im April 1992 wurde ihr das Amt der Oberin in unserem Altenheim Marienheim in Salzkotten übertragen und sie übernahm zudem die Einrichtungsleitung bis August 2005. Aufgrund ihrer zunehmenden körperlichen Beschwerden musste sie ab da selbst Hilfe annehmen.

Sehr dankbar schauen wir heute auf das lange und segensreiche Leben und Wirken von Schw. M. Seraphia zurück. Am 22. Juni diesen Jahres durfte sie noch voller Freude ihr 70 jähriges Ordensjubiläum im Kreis ihrer Mitschwestern, Angehörigen und Freunde feierlich begehen.

Dankbar behalten wir Schw. M. Seraphia in Erinnerung und gedenken ihrer besonders in dieser Eucharistiefeier. Dem Herrn danken wir für ihre Berufung, für ihr segensreiches Wirken.

"Denn ich weiß“, heißt es im Brief an die Philipper, „dass mir dies zum Heil ausgehen wird durch euer Gebet und durch den Beistand des Geistes Jesu Christi.“ Phil 1,19

Davon sind wir überzeugt, wir glauben, dass Schw. M. Seraphia lebt und dass sie nun Leben und Heil in Fülle erfährt in dem sie den Herrn von Angesicht zu Angesicht sieht.

Schwester M. Angela Benoit

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