„Es gibt keinen Abschied für diejenigen,
die in Gott verbunden sind.“
Papst Pius XII.
 
 

friedhofskreuz salzkotten

 

 

 Am 23.07. 2019 wurde in Salzkotten

unsere liebe Mitschwester
 

Schwester M. Elisabeth

vom Heiligen Geist
 
geb. Ursula Brinkmann
heimgerufen ins ewige Leben.
 
 
 
 

 

Zum Heimgang von Schw. M. Elisabeth Brinkmann

 

„Es gibt keinen Abschied für diejenigen, die in Gott verbunden sind.“

Schw. M. Elisabeth wird sich freuen, dass wir ein Zitat von Papst Pius XII. für ihren Totenbrief ausgewählt haben. Sie war eine große Verehrerin dieses Papstes, in dessen Amtszeit (1939 – 1958) sie heranwuchs.

Wenn ich sie besuchte, erzählte sie gerne von ihm, zeigte mir von ihm verfasste Texte und Gebete. Ihr größter Wunsch war, zu seiner Seligsprechung nach Rom zu fahren. „Das schaffe ich jetzt sowieso nicht mehr“, sagte sie mir noch vor kurzer Zeit. Wenn auch dieser Wunsch nicht in Erfüllung ging, so lebte sie doch zeitlebens in geistiger Verbundenheit mit ihm.

Schw. M. Elisabeth wurde am 21.09.1929 als Ursula Maria Brinkmann in Soest geboren. Mit einer Schwester wuchs sie in einem gut katholischen Elternhaus auf. Sie besuchte von 1936 bis 1939 die Volksschule, dann zwei Jahre die Gemeinschaftsschule und anschließend die Städtische Oberschule für Mädchen in Soest. Allerdings nur fünf Klassen dieser Oberschule, da der Lehrbetrieb durch die Kriegseinwirkungen von 1944 bis 1945 geschlossen war, wie sie selbst in ihrem Lebenslauf geschrieben hat. Von 1947 bis 1948 erwarb sie in unserer Haushaltungsschule im Marienheim hauswirtschaftliche Kenntnisse. Im Frühjahr 1949 begann sie in der Krankenpflegeschule „St. Marienhospital“ in Witten-Ruhr ihre Ausbildung zur Krankenschwester, die sie 1951 erfolgreich mit dem Staatsexamen abschloss. Zunächst war sie im St. Marienhospital in Soest auf der chirurgischen Frauen- und Wöchnerinnenstation tätig. In ihrem Zeugnis wurde ihr enormer Fleiß, große Geschicklichkeit und außerordentliche Gewissenhaftigkeit bescheinigt. Ihr großes Interesse, sich weiter zu bilden, ihr Können zu erweitern zeichnete sie hier und auf ihrem weiteren Lebensweg aus. In diesen Jahren wuchs in ihr der Wunsch, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten. Erste Kontakte zu uns wurden ja bereits im Marienheim geknüpft. Am 9. August 1955 trat sie in unsere Gemeinschaft ein. Sie wurde am 19. Mai 1956 eingekleidet und erhielt den Namen Schwester M. Elisabeth mit dem Titel: „vom Heiligen Geist“. Am 19. Mai 1958 legte sie die zeitliche und 1963 die ewige Profess ab.

Wie bereits gesagt, erweiterte sie ihr Wissen in Ausbildungen, Fort- und Weiterbildungen. So wurde sie in Köln-Hohenlind zur Stationsschwester ausgebildet. Erfolgreiche Teilnahmen an vielen verschiedenen Kursen werden ihr bescheinigt, die den Pflegebereich, aber auch die Krankenhausbetriebsführung, die Personalführung und das dazugehörige Arbeitsrecht betreffen.

Nun möchte ich einige weitere Stationen in Schw. M. Elisabeth’s Leben nennen:

Bis 1970 wirkte sie in den Krankenhäusern in Castrop, Birkesdorf und Mechernich.

Im März 1970 wurde sie als Oberin im Krankenhaus in Iserlohn eingesetzt und 1975 als Oberin im St. Josefs-Krankenhaus in Salzkotten. 1976 wurde sie in den Provinzrat gewählt.

Von 1981 bis 2008 bekleidete sie das Amt der Oberin in Twistringen, Bad Lippspringe und Wildeshausen.

Wie nicht zu übersehen ist, wurde von der Gemeinschaft und von allen Bereichen, in denen sie tätig war, viel Vertrauen in sie gesetzt und ihr stets hohe Verantwortung übertragen. Sie übernahm gerne und mit Freude die ihr anvertrauten Aufgaben und wirkte so für viele Menschen. 2008 verließ sie, gemeinsam mit Schw. M. Margit, ihre letzte Filiale, das Krankenhaus Johanneum in Wildeshausen und kam zurück ins Mutterhaus. Der Weggang wurde seitens des Krankenhauses sehr bedauert. Waren doch die Franziskanerinnen Salzkotten seit 1878 in Wildeshausen, also 130 Jahre, und bildeten dort die Seele des Krankenhauses. Am 01.08.2016 wechselte Schw. M. Elisabeth in unser Altenheim St. Clara, wo sie die Pflege und Betreuung erhielt, die sie nun benötigte.

Schw. M. Elisabeth war eine sehr interessierte und belesene Frau. Es machte Freude und war stets bereichernd, sich mit ihr zu unterhalten. Ein Bild werde ich nie vergessen, das ist die häkelnde Schw. M. Elisabeth. Mit enormem Fleiß hat sie Decken für Malawi gehäkelt. Der Stapel auf ihrem kleinen Tisch wuchs ständig. So hat sie auf diese Weise bis zum Schluss missionarisch gewirkt. Sie pflegte stets einen innigen Kontakt zu ihren Angehörigen. Ihre Ferienzeit verbrachte sie meistens in der Familie ihrer Schwester, und auch nach deren Tod behielt sie den guten Kontakt zu ihrem Schwager bei. Ihre Nichte, die dieses Beerdigungsamt für ihre Tante Ursula gestaltet hat und uns heute an der Orgel begleitet, stand ihr sehr nah und hat sie auch in den letzten Tagen begleitet und ihr beigestanden. Eine stationäre Aufnahme im Krankenhaus war durch die zunehmende Atemnot für Schw. M. Elisabeth unumgänglich, um ihr Linderung zu verschaffen. Uns war es ein großes Anliegen, sie so schnell wie möglich wieder in ihre vertraute Umgebung zurückzuholen, was in Absprache mit den verantwortlichen Ärzten schon am nächsten Morgen möglich war. Das war am vergangenen Dienstag, also heute vor einer Woche, am 23.07.2019. Ganz bewusst hat sie wahrgenommen, dass sie wieder zu Hause in St. Clara war. Doch dann verabschiedete sie sich überraschend schnell von uns, und der Herr nahm sie auf in ihrem wahren Zuhause.

Lassen wir uns trösten mit dem Zuspruch von Papst Pius XII: „Es gibt keinen Abschied für diejenigen, die in Gott verbunden sind“ und uns in dieser Eucharistiefeier miteinander verbinden.

Schwester M. Birgit Henning

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