„Ich will meinen Gott loben
mit Harfe, Flöten und Seitenspiel.“
vgl. Psalm 150
friedhofskreuz salzkotten
 
 
 
 
  Am 11. Juni 2019 wurde in Salzkotten
unsere liebe Mitschwester
 

Schwester M. Brigitta

v. d. hl. Cäcilia

geb. Anna Lappe
heimgerufen ins ewige Leben.
 
 
 
 
 
 

Zum Heimgang von Schwester M. Brigitta Lappe

 

„Ich will meinen Gott loben mit Harfe, Flöten und Saitenspiel.“ 

Schwester M. Brigitta, die uns in ihrem Leben mit Musik, Orgel- und Flötenspiel so viel Freude bereitet hat, wurde sehr plötzlich und unerwartet durch einen Sturz von uns genommen.

Schon einige Jahre war Schw. M. Brigitta schwer erkrankt und sie nahm ihre zunehmende dementielle Veränderung wie kaum eine andere Person sehr wach und leidvoll wahr. Dennoch blieb sie stets friedvoll, das Leid annehmend und bis zuletzt mit ihrer Begabung aktiv tätig. Tief in Erinnerung bleiben uns jüngste Ereignisse, sozusagen Schnappschüsse, die wir spontan als kleine Videos festhalten konnten. Da war der Geburtstag einer erkrankten Mitschwester. Wir fanden sie im Kreis einer größeren versammelten Gruppe von Mitbewohnern. Schw. M. Brigitta initiierte und dirigierte ein Geburtstagsständchen wie zu alten Zeiten. Das war ein so beglückender Augenblick. Ein ganz ähnliches Ereignis trug sich wenige Tage vor ihrem Sturz zu, wo sie in froher Runde sang. Ja, trotz schwerer Erkrankung war sie bis zuletzt aktiv und reagierte wach und sensibel auf Personen in ihrer Umgebung, nahm an unserer Liturgie teil und ließ sich gut mitnehmen und unterstützen. Auch wenn ihre Kräfte in jüngster Zeit deutlich abnahmen, blieb sie mobil.

Auf Pfingstsonntag, im Nachmittag stürzte Schw. M. Brigitta auf unserer Mutterhaustreppe und war sofort bewusstlos, wachte auch aufgrund innerer Blutungen, wie sich später herausstellte, nicht mehr auf. Eine Nacht sollte sie im Krankenhaus zur Überwachung bleiben, dann durften wir sie nach Hause holen, sie hier im vertrauten Bereich ihrer Wohngruppe und im Kreis der Gemeinschaft in ihren letzten Stunden begleiten. Das nahmen wir sehr dankbar an, ermöglichte es uns doch, diese Phase des Abschieds individuell gestalten zu können. So durften auf sie persönlich hin Musik und Lieder, das gemeinsame Gebet nicht fehlen, immer in dem Bewusstsein, dass sie dies in der Tiefe noch aufnimmt oder auf eine andere Weise wahrnimmt.

 „Ich will meinen Gott loben mit Harfe, Flöten und Saitenspiel.“

Das war ganz sicher ihr Lebensmotto und Herzensanliegen.

Schw. M. Brigitta wurde am 23. Dezember 1931 in Menden, Kreis Iserlohn, geboren. Tochter des Elektro- und Installateurs Josef Lappe und seiner Ehefrau Anna Lappe. Sie erhielt den Namen ihrer Mutter Anna und wuchs mit vier weiteren Geschwistern auf, wie sie mehrfach erwähnt. In ihrem Lebenslauf wird jedoch deutlich, dass es insgesamt 11 Kinder waren, ein Bruder war gefallen, 6 im Kindesalter gestorben. Von 1938-1943 besuchte sie zunächst in Menden die Volksschule, dann das Gymnasium. Unmittelbar anschließend kam sie zu uns ins Marienheim hier nach Salzkotten, besuchte von 1950-51 ein Jahr die Haushaltungsschule, von 1951-52 die Berufsfachschule für Kinderpflege und Haushaltsgehilfinnen. Sehr erfolgreich legte sie diese ersten Prüfungen ab und lebte für kurze Zeit wieder im Haus der Eltern. Ihre Ordensberufung wird sie während dieser Ausbildungszeit im Marienheim für sich erkannt und ihre Entscheidung getroffen haben, denn sehr bald bittet Anna Lappe um Aufnahme in unsere Gemeinschaft. Am 3. Februar 1953 tritt sie in unsere Ordensgemeinschaft ein. Am 19. November desselben Jahres beginnt sie ihr Noviziat und erhält bei der Einkleidung den Namen Schw. M. Brigitta von der hl. Cäcilia. Dieser eher ungewöhnliche Titel deutet schon klar auf ihre herausragende musikalische Begabung hin. Und auch während des Noviziates ist sie überwiegend im Mutterhaus der Organistin und Chorleiterin zur Seite gestellt. Am 19. November 1955 legt sie ihre zeitliche, am 19. Mai 1959 ihre ewige Profess ab. Bereits 1958 bestand sie nach zweijährigem Studium an der Musikhochschule Köln, vor dem staatlichen Ausschuss erfolgreich die Privatmusiklehrerprüfung. 1970 wurde Schw. M. Brigitta an die Berufsfachschule Arnoldsweiler versetzt, um dort die Fächer Musik, Religion und Sport zu unterrichten. Zügig nacheinander folgten weitere Qualifizierungen: von April 1973 – November 1974 berufsbegleitend Rhythmische Erziehung im Elementarbereich, dann Theologie im Fernstudium über Würzburg, Grund und Aufbaustudium, direkt gefolgt vom Religionspädagogischen Studium, so dass sie nach erfolgreichem Abschluss dieser Studien 1977 die kirchliche Lehrerlaubnis für den katholischen Religionsunterricht in der Berufsfachschule Arnoldsweiler erhielt, außerdem die staatliche Erlaubnis, Musik und Sport zu erteilen. 1979 wurde diese Lehrerlaubnis auch für Grund-, Haupt- und Sonderschulen in NRW erteilt.

Im August 1990 erhielt Schw. M. Brigitta eine Versetzung in die Diasporagemeinde Blomberg, wo sie alle diese Fähigkeiten hervorragend einsetzen konnte und sie es auch mit Freude tat. Als Gemeindereferentin war sie in Schule und Pfarrei tätig, zugleich die Organistin und im Privaten musizierte sie von Herzen gern in einem Hauskreis. Aufmerksam, einfühlsam begegnete sie den Menschen und wusste mit ihrer hohen musischen Kompetenz die Herzen aller zu erfreuen.

1997 erkrankte Schw. M. Brigitta und musste ihre berufliche Arbeit aufgeben, konnte jedoch noch einige Jahre hier im Mutterhaus als Organistin wirken und etwas in der Verwaltung. Als sie zunehmend auf Unterstützung angewiesen war, wurde sie unauffällig und liebevoll von einer Mitschwester begleitet, so dass sie noch lange Zeit im Konvent des Mutterhauses leben und an allem teilnehmen konnte, Ende 2018 war ein Wechsel in den Pflegebereich St. Clara notwendig, ohne jedoch die Bezugspersonen zu verlieren.

Wir werden Schw. M. Brigitta liebevoll in Erinnerung behalten.

Wir wollen ihrer besonders gedenken und dem Herrn für ihre Berufung, ihre herausragenden Begabungen, die sie mit Liebe Kindern, Jugendlichen und uns Schwestern, allen Menschen nahe zu bringen verstand, danken.

„Ich will meinen Gott loben mit Harfe, Flöten und Saitenspiel.“

Wir sind überzeugt, dass Schw. M. Brigitta jetzt in der Gegenwart Gottes lebt, dass sie der Herr mit Liebe aufgenommen hat und mit seiner Herrlichkeit ehrt.

Schwester M. Angela Benoit

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