„Im Herzen verborgen zu leiden,
ist verdienstvoll, edel und gut.
Sei Dir der Gegenwart Gottes immer bewusst.“
Pater Pio
 
 
friedhofskreuz salzkotten
 
 
 
 
Am 1. Mai 2019 wurde in Salzkotten
unsere liebe Mitschwester

Schwester M. Leonardis

von der unbefleckten Empfängnis
geb. Wilma Elisabeth Zerhusen

 

heimgerufen in ewige Leben.

 

 

 

Zum Heimgang von Schwester M. Leonardis Zerhusen

„Im Herzen verborgen zu leiden, ist verdienstvoll, edel und gut.
Sei Dir der Gegenwart Gottes immer bewusst.“ Pater Pio

Am 1. Mai durfte Schw. M. Leonardis in zweifacher Weise nach Hause kommen. Am Morgen dieses Tages konnten wir im Krankenhaus den Augenblick ergreifen, was wir schon Tage zuvor im Sinn und mit den Ärzten besprochen hatten, S. M. Leonardis nach Hause zu holen – nach Hause in ihre vertraute Umgebung in St. Clara, wichtiger noch, ihre vertrauten Pflegerinnen und Pfleger, die Stimmen, die sie sofort aufhorchen ließen, ihre vertraute Mitschwestern, die auf diese Weise besser um sie sein konnten. Es war ein berührender Augenblick, als sie in unser Haus zurück gebracht wurde. Schon an diesem Morgen war sie wacher denn je zuvor. Und so kam sie auch an und erkannte ihre Umgebung, ihre S. Olga, die sie empfing. Auch von S. Leonarda, ihrer Ältesten Schwester konnte sie sich am frühen Nachmittag verabschieden. Sie nahm das war. Ein großes Geschenk. Am Abend wurde sie nach langem Ringen und Leiden zuletzt unmerklich in ihr eigentliches Zuhause geführt. Wir, die wir dabei waren, nahmen still diesen Verwandlungsprozess wahr. Ihr Gesicht wurde augenblicklich friedlich und fast strahlend. Sie war angekommen – ohne Zweifel.

Ein langes, verborgenes Leiden im Herzen - für sie selbst, für ihre leibliche Schwester Leonarda, die sehr gelitten hat, für alle, die ihr nahe standen. Es war schwer auszuhalten, da zu bleiben, diesem menschlichen Leid nicht auszuweichen. Ihr selbst und allen, die ihr nahe standen, die sie mit Liebe pflegten, umsorgten, ihr Beheimatung schenkten, sei unser tiefer Dank gesagt.

„Im Herzen verborgen zu leiden, ist verdienstvoll, edel und gut.
Sei Dir der Gegenwart Gottes immer bewusst.“

 Diese trostvolle Aussage von Pater Pio, den Schw. M. Leonardis sehr verehrte, wählten wir bewusst für sie aus. Wir glauben, dass sie es in ihrem Leiden gelebt hat und in der Gegenwart Gottes Kraft schöpfte für ihren Weg.

Dankbar blicken wir auf das Leben von Schw. M. Leonardis zurück. Von Körpergestalt eher klein und zart, hat sie doch Großes gewirkt, sichtbar und im Verborgenen.

Geboren wurde sie am 13. Februar 1938 in Mühlen-Düpe und erhielt den Namen Wilma Elisabeth. Sie war das zehnte Kind der Eheleute Heinrich und Elisabeth Zerhusen und blieb auch die Jüngste in dieser bäuerlichen Großfamilie.

In ihrem kurzen Lebenslauf, verbunden mit der Bitte um Eintritt, schreibt sie Ende 1960 an die Ordensgemeinschaft, dass sie vom 7. bis zum 15. Lebensjahr die kath. Volksschule in Mühlen besuchte, anschließend einige Jahre im elterlichen Betrieb gearbeitet habe, in den ersten zwei Jahren zugleich die landwirtschaftliche Berufsschule besucht hätte. Mitte 1960 habe sie, durch Heirat ihres Bruders zu Hause frei geworden, für 6 Monate die Stelle zur Lehrköchin im Krankenhaus Johanneum antreten dürfen. Danach, so sei es ihr großer Wunsch, wolle sie in unsere Gemeinschaft eintreten.

Am 21. Februar 1961 erfüllt sich ihre Bitte, es ist der Tag ihrer Aufnahme ins Postulat. Am 19. November desselben Jahres beginnt sie ihr Noviziat und erhält den Namen Schw. M. Leonardis „von der Unbefleckten Empfängnis“. Im November 1963 legte sie ihre zeitl. und am 19. November 1968 Ihre Ewige Profess ab. 2011 konnte sie ihr goldenes Ordensjubiläum feiern.

Beruflich ist sie im Laufe ihres Ordenslebens so manchen Weg gegangen. Umfassend und stets weiterführend, vertiefend waren Ausbildungen und Fortbildungsprogramme. Schw. M. Leonardis war zielstrebig, eifrig und gewissenhaft.

Schon 1962, unmittelbar nach ihrem ersten Noviziatsjahr, erlernte sie in Iserlohn die Krankenpflege. 1965 bestand sie das Examen mit sehr gutem Erfolg und durfte nach einem weiteren praktischen Jahr 1966 als Krankenschwester arbeiten. Sie war vielseitig begabt und einsetzbar, ob in der Pflege, Labor oder im Operationssaal. Gewissenhaft, froh und zuverlässig hatte man sie überall gerne.

1970 wurde Schw. M. Leonardis in das St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten versetzt und übernahm hier sehr bald die Leitung für den Augenoperationssaal und überwachte die Vor- und Nachsorge der Patienten und Patientinnen.

Kurz kam sie 1991 zur Aushilfe in unser Altenheim St. Clara im Mutterhaus und übernahm im Januar 1992 die Heim- und Pflegedienstleitung in unserem Altenheim Clara Pfänder Haus. Berufsbegleitend absolvierte sie hierfür die Ausbildungen zur Pflegedienst- und Heimleitung. Sie nahm an vielfältigen Aufbaukursen und Zusatz-Qualifikationen teil. Somit war sie für ihren Dienst hervorragend ausgerüstet. Kompetent, liebevoll und verantwortlich lebte und liebte sie ihren Dienst an den Bewohnerinnen und Bewohnern des Hauses und war Tag und Nacht zur Stelle. Ein Anliegen war ihr zudem die seelsorgliche Begleitung und Atmosphäre des Hauses, das über viele Jahre vor allem die schwer Pflegebedürftigen beherbergte. Schon länger belastete sie eine schwere chronische Erkrankung, die im Februar 2012 dazu führte, dass sie sich schweren Herzens aus der Leitungsverantwortung verabschiedete und zum Mutterhaus kam. Als sie im August 2016 selbst der intensiven Unterstützung und Pflege bedurfte, zog sie in den Pflegebereich in St. Clara ein.

Wir werden Schw. M. Leonardis dankbar in Erinnerung behalten.

In dieser Eucharistiefeier wollen wir ihrer besonders gedenken und dem Herrn für ihre Berufung, ihre Hingabe und ihren Dienst an den Kranken und der Gemeinschaft danken.

 Sei Dir der Gegenwart Gottes immer bewusst.“ Pater Pio

Wir glauben fest, dass Schw. M. Leonardis jetzt in der Gegenwart Gottes lebt, dass sie den Herrn von Angesicht zu Angesicht schaut.

Schwester M. Angela Benoit

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