Aus den Trostworten an die Jünger:
„…ich aber seht mich, weil ich lebe
und weil auch ihr leben werdet.“
Joh. 14, 19b
Am 20. April 2019 wurde in Salzkotten
unsere liebe Mitschwester
 
 

friedhofskreuz salzkotten

 

 

 

 Schwester M. Lambertis

 
von der Himmelfahrt Mariä
geb. Maria Johanna Herbrügge
 

heimgerufen ins ewige Leben.

 
 
 
 

Zum Heimgang von Schwester M. Lambertis Herbrügge

Aus den Trostworten an die Jünger:

„… ihr aber seht mich, weil ich lebe

und weil auch ihr leben werdet.“ Joh 14,19b

Im frühen Nachmittag des Karsamstags übergab Schw. M. Lambertis in aller Stille, fast unmerklich dem Herrn ihr Leben. Kaum wahrnehmbar ihr letzter Atemzug.

Zuletzt nach einer schweren Phase der Erkrankung, des sich nicht mehr mitteilen können, worunter sie sehr litt und wir mit ihr, durfte sie in ihren letzten Tagen durch eine gute medizinische und pflegerische Begleitung ganz friedvoll hinübergehen.

Mitten in dieser besonderen liturgischen Phase des Wachens und Betens zwischen Gründonnerstag, Karfreitag und der Osternacht, wurde sie vom Herrn in das österliche Geschehen mit hineingenommen, durfte sie ganz sicher mit ihm ihre Auferstehung feiern.

„… ihr aber seht mich, weil ich lebe

und weil auch ihr leben werdet.“

Das ist unser fester Glaube, dass wir leben werden über den leiblichen Tod hinaus, dass wir leben werden mit ihm und in Gemeinschaft aller. Der Weg geht weiter, unsichtbar und doch auch erfahrbar für uns. Hier und da dürfen wir dieser uns übersteigenden Erfahrung innewerden. Und freudig gehen uns in diesen geschenkten Augenblicken des Lebens die Augen auf und wir erkennen tiefer, wie die Jünger auf ihrem Weg nach Emmaus.

„… ihr aber seht mich, weil ich lebe

und weil auch ihr leben werdet.“

Auf das lange Leben von Schw. M. Lambertis dürfen wir dankbar zurückschauen, fast 94 Jahre, davon 68 Jahre in unserer Gemeinschaft. 2016 feierte sie noch mit Freude ihr 65jähriges Ordensjubiläum.

Einige Stationen ihres Lebensweges wollen wir uns in Erinnerung rufen.

Schw. M. Lambertis, geb. Maria, Johanna, Blandina Herbrügge wurde am 4. Juli 1925 in Lutten, Kreis Vechta geboren. Auf einem großen Bauernhof wuchs sie auf, zugleich in einer großen Familie, erdverbunden und wohl auch tiefgläubig. Sie selbst war die Älteste von 9 Kindern, wovon die jüngsten zwei im Kleinkindalter starben. Sehr verbunden blieb sie ihr ganzes Leben mit ihrem Elternhaus und Heimatort Lutten, erzählt mir ihre Schwester. (Einige Jahre später wählt auch ihre zweitälteste Schwester den Ordensberuf. Sie tritt in die Gemeinschaft der Heilig Kreuz Schwestern von Menzingen ein und wirkt später in Südafrika.)

Nach 8 Volksschuljahren von Ostern 1932 bis 1940 in Osterende, besuchte sie anschließend 2 Jahre die ländliche Berufsschule in Vechta. Schon in diesen Jahren und bis 1946 arbeitete sie umsichtig und mit viel Einsatz und Liebe auf dem elterlichen Hof in allem mit. Sie muss sehr praktisch veranlagt und begabt gewesen sein. Der Mutter half sie zudem im Haushalt und bei der Erziehung ihrer jüngeren Geschwister. Man muss bedenken, dass es die harten Kriegsjahre waren. Ihre Schwester erwähnt, welch schwere Zeit die Familie durchgestanden habe, als der Vater sich mit einigen anderen des Dorfes geweigert hatte, die Kreuze abzuhängen. Daraufhin sei ihr Vater und alle diese Männer ins Konzentrationslager Buchenwald abtransportiert worden. In diesen jungen Jahren schon, habe Schw. M. Lambertis in Abwesenheit des Vaters den elterlichen Hof verantwortlich weitergeführt.Im April 1946 – 47 wird es ihr ermöglicht, die Landfrauenschule Marienhain in Vechta für ein Jahr zu besuchen. Schwestern unserer Lieben Frau, die diese Schule leiteten, bescheinigten ihr sehr gute Leistungen. Zwei weitere Jahre arbeitet sie zunächst auf dem elterlichen Hof, dann übernimmt sie 1949 bis Ende 1950 den bäuerlichen Haushalt ihres Onkels. Als sie im Herbst 1950 um Aufnahme in unsere Gemeinschaft bittet, bekennt sie in ihrem Brief, dass sie bereits 4 Jahre den Wunsch in sich trägt, Ordensschwester zu werden. Am 15. Februar 1951 ist ihr Eintrittstag und am 19.11.1951 wird sie in das Noviziat aufgenommen. Sie erhält den Namen Schwester Maria Lambertis und den Titel „von der Himmelfahrt Mariä“.

Am 19.11.1953 legte sie ihre 1. Profess, und 1956 ihre ewige Profess ab.

Nach ihrem ersten Noviziatsjahr beginnt sie die Ausbildung zur Krankenschwester in der Krankenpflegeschule im St. Josefs-Krankenhaus Salzkotten. September 1954 besteht sie ihr Examen mit gutem Erfolg. Schon sehr bald geht es für sie mit anderen zusammen nach Düren in die Schule der Ursulinen. Dort wird zunächst der Realschulabschluss nachgeholt, um anschließend im St. Elisabeth-Krankenhaus, Köln Hohenlind, sich zur staatlich geprüften medizinisch-technischen Assistentin ausbilden zu lassen.

Der schulischen Ausbildungen und örtlichen Wechsel genug, wurde Schw. M. Lambertis sesshaft. Sie kam ins St. Elisabeth-Krankenhaus, Iserlohn und blieb dort 22 Jahre. Hier leitete sie die Röntgenabteilung. Wie schon in allen früheren Zeugnissen, wird auch hier ihr hohes Einfühlungsvermögen, ihr Kontakt zu den Patienten und Mitarbeitenden, ihre fachliche Kompetenz und absolute Verlässlichkeit hervorgehoben.

Im April 1981 wird Schw. M. Lambertis von der Ordensleitung zur Oberin der Kommunität und des Krankenhauses Johanneum, Wildeshausen ernannt und wirkte dort als Oberin und Pflegedienstleitung des Krankenhauses sehr segensreich 12 Jahre.

Zu ihrem Abschied, der ihr sehr schwer gefallen sein muss, gab es mehrere Presseberichte, die Schw. M. Lambertis charakterisieren: „sie hat ohne große Worte im Hintergrund gewirkt, sie war Tag und Nacht für uns da“, „12 Jahre war sie die gute Seele im Johanneum“. In den Phasen des Aufbaus und der Entwicklung des Johanneums wird ihr eine gute Hand bescheinigt in der Auswahl und Führung der Mitarbeiter. Wesentlich prägte sie eine gute Atmosphäre des Hauses, heißt es. Auch im Ort und der Pfarrgemeinde brachte sie sich ein.

Außerdem wird ihr persönliches Anliegen hervorgehoben: Alljährlich veranstaltete sie mit großem persönlichen Einsatz Weihnachtsbasare. Der Erlös war den bedürftigen Menschen in Pretoria, Südafrika bestimmt, wo ihre leibliche Schwester als Ordensfrau missionarisch tätig war, und unserem eigenen Ordensprojekt in Madisi, Malawi. Unermüdlich war Schw. M. Lambertis hierfür tätig, handarbeitete und bastelte bis ins hohe Alter und später half sie mit, auch für die Transporte nach Rumänien Kleidung zu sortieren, Pakete zu packen.

Von Wildeshausen aus, immer noch sehr rüstig und einsatzbereit, kam sie im April 1993 an die Pforte und Telefonzentrale unseres St. Josefs-Krankenhauses in Salzkotten. Hier blieb sie, bis es ihre Kräfte nicht mehr zuließen und sie im Januar 2006 in den Pflegebereich St. Clara wechseln musste.

Wir werden Schw. M. Lambertis dankbar in Erinnerung behalten.

In dieser Eucharistiefeier wollen wir ihrer besonders gedenken und dem Herrn für ihre Berufung und ihren missionarischen Dienst danken.

„… ihr aber seht mich, weil ich lebe

und weil auch ihr leben werdet.“

Wir glauben, dass sie lebt und dass sie nun den Herrn von Angesicht zu Angesicht sieht.

 Schwester M. Angela Benoit

 
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