I believe I shall see the
LORD’s goodness in the land of the living.
Psalm 27:13

 

On February 20, 2019, our dear  Sister


friedhofskreuz salzkotten

 

 

 Sister M. Odilia

from the Blessed Sacrament
née Maria Bernhadine Gausling
was called home to eternal life.

 

 

 
 
She was born on 19 January 1937 in Coesfeld.
On July 29, 1958, she entered our congregation and
professed her final vows on May 19, 1966.
 
 

Zum Heimgang von Schwester M. Odilia

 

„Ich aber bin gewiss, zu schauen die Güte des Herrn im Land der Lebenden.“

Ja, jetzt schaut Schw. M. Odilia die Güte des Herrn. Ihre Gewissheit hat sich erfüllt. Aus dieser Gewissheit lebte sie, und diese Überzeugung ließ sie ihr schweres Leid in Geduld und Zufriedenheit tragen.

Schw. M. Odilia wurde am 19. Januar 1937 als Maria Bernhardine Gausling in Coesfeld geboren. Mit fünf Geschwistern wuchs sie in einem gut katholischen Elternhaus auf. Sie besuchte die achtjährige Katholische Volksschule in Coesfeld, aus der sie im März 1952 entlassen wurde. Im Juni des gleichen Jahres begann sie ihre Tätigkeit im Benediktushof Maria-Veen, „um sich dort in allen Zweigen der Hauswirtschaft auszubilden“, wie sie selbst im Lebenslauf schreibt. Anschließend führte sie für ein halbes Jahr den Haushalt einer Bäckerei, dann wechselte sie in den Lagerbetrieb einer Weberei. Sie war immer an Neuem interessiert und erweiterte durch dieses Interesse ständig ihre Kenntnisse. Überall wurde ihr Fleiß, Ehrlichkeit und Treue bescheinigt. Werte, die wir alle sehr schätzen und von denen wir leben. In dieser Zeit der Arbeit und des Lernens wuchs in ihr der Wunsch, in eine Ordensgemein-schaft einzutreten. In Maria-Veen hatte sie den ersten Kontakt zu unseren Schwestern. So entschied sie sich für unsere Gemeinschaft und trat am 29. Juli 1958 ein. Am 19. Mai 1959 wurde sie eingekleidet und erhielt den Namen Schw. M. Odilia mit dem Titel: vom Allerheiligsten Altarssakrament. Der Titel zeugt davon, dass ihr das Gebet, insbesondere unsere eucharistische Anbetung stets sehr wichtig war. Sie schrieb in ihrer Bitte um Zulassung zur Profess sinngemäß, dass es neben der Arbeit äußerst wichtig sei, „betende Schwestern“ zu bleiben. Wie Recht sie doch hat!

1961 legte sie die zeitliche und 1966 die ewige Profess ab. In unserer Gemeinschaft gab es für Schw. M. Odilia viele Gelegenheiten und Orte, ihre schon früh erworbenen hauswirtschaftlichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen. In ihren ersten Ordensjahren war sie in der Küche und in den hauswirtschaftlichen Abteilungen des Mutter-hauses eingesetzt, danach in der Großküche des Marienkrankenhauses in Schwerte. 1963 schloss sie im Meinwerk-Institut die Ausbildung zur Wirtschafterin ab. Zwei Jahre später führte sie den Titel der staatlich anerkannten Diätassistentin, ausgebildet in der Diätschule des Liutpold-Krankenhauses in Würzburg. An dieser Stelle möchte ich weitere Filialen nennen,  wo Schw. M. Odilia gewirkt hat: Visbek, Josefs-Krankenhaus Salzkotten, Mutterhaus und Elisabeth-Krankenhaus Iserlohn.

Sr. Odilia hat unserer Gemeinschaft nicht nur hier in der deutschen Ordensprovinz, sondern auch auf internationaler Ebene gedient, und zwar von Januar 1980 bis Mai 1991 in unserem Generalat in Rom. Hier lebte und wirkte sie zusammen mit Schwestern aus verschiedenen Bereichen unserer Kongregation, das heißt aus Frankreich, aus den Niederlanden, den USA und aus Indonesien. Daneben ergaben sich für sie viele Möglichkeiten, auch anderen Personen zu begegnen. Alle hat sie einerseits mit ihrer guten Kost verwöhnt, wobei sie sehr kreativ zu handeln verstand, andererseits konnte sie nachhaltige Beziehungen zu manchen Personen aufbauen und pflegen, weit über ihre römische Zeit hinaus.

Zu denen, für die Sr. Odilia stets zur Verfügung stand, gehörten in den ersten Jahren

  • Die internationale Schwesternkommunität, zu dem der Generalrat der Kongregation gehörte,
  • Ferner regelmäßig Pilgergruppen sowie Einzelpersonen, die in Rom den Spuren der Apostel und der ersten Christen nachgingen;
  • internationale Gruppen mit Schwestern aus allen Bereichen der Kongregation, um in den Spuren des hl. Franziskus und unserer Gründerin Mutter M. Clara Pfänder zu gehen: das waren die Pace-e-bene-Pilgergruppen sowie Studienprogramme;
  • in diese Zeit fielen auch große Kongregationsereignisse, wie z. B. der 100. Todestag unserer Gründerin, Mutter M. Clara Pfänder im Jahre 1982 und das Generalkapitel 1985.

Als es einige Jahre später zu großen Veränderungen kam und das Generalat in einem langwierigen Prozess von der Maglianella auf den Aventin verlegt wurde, war die Aufmerksamkeit und umfassende und weitblickende Sorge von Sr. Odilia besonders gefragt. Sehr viel hat sie in dieser Zeit für die Gemeinschaft getan, ebenso für viele, die in diesen Umwandlungsprozess einbezogen waren.

Aus Gesprächen mit ihr wurde immer deutlich, dass sie die Kraft aus dem Wort Gottes und aus der Beziehung zum eucharistischen Herrn schöpfte, sowie aus der Liebe zu unserer Gründerin, die sie sehr verehrt und in vielen Situationen um Hilfe angerufen hat.

Als Sr. Odilia nach diesem Dienst in die Heimat zurückkehrte, hatte sie ein wichtiges Stück Geschichte auf Kongregationsebene mitgeschrieben. Und da, wo in dem internationalen Umfeld der sprachliche Umgang an eine Grenze kam, gebrauchte sie – sehr wirkungsvoll - die Sprache der Liebe. – Danke, Sr. Odilia!

Nach dieser für sie sehr wertvollen Zeit in Rom war sie weiter in Beringhausen und in Blomberg eingesetzt. Am 07.01.1998 kam sie aus gesundheitlichen Gründen zum Mutterhaus. Sie versah gerne den Dienst an der Telefonzentrale. Hier hatte sie Kontakt zu den Menschen und konnte vielen mit ihrer freundlichen und humorvollen Art dienen. Diesen Humor erhielt sie sich sehr lange. Selbst in ihrem Gebrechen, das sie sehr früh ans Bett fesselte, war sie stets zu einem Scherz bereit. Auch ihre kleinen Italienisch-Kenntnisse gab sie oft zum Besten.

Schw. M. Odilia war im Tragen ihres schweren Leids, das sehr viel Geduld von ihr erforderte, vorbildlich. Neben allen Fragen und Ängsten, die die Situation selbstverständlich mit sich brachte, trug sie still und ergeben ihre Krankheit.

Dabei halfen ihr sicherlich ihre treue Gottesbeziehung, in der sie sich ganz geborgen wusste, und auch die Beziehungen zu vielen lieben Menschen. Oft sprachen wir über ihre wunderbaren Ikonen, die über ihrem Bett hingen. Ein befreundeter Benediktinerbruder vom Kloster Nütschau hat sie ihr vor einiger Zeit geschenkt, und sie zeigte sie gerne und voller Dank und Stolz.

Seit einiger Zeit ließen ihre Kräfte sichtbar nach und Schw. M. Odilia gab am Nachmittag des 20. Februar 2019 ihr Leben an ihren Schöpfer zurück, voll Vertrauen und in der gleichen Gewissheit des Psalmisten:

 

„Ich aber bin gewiss, zu schauen die Güte des Herrn im Land der Lebenden.“

                                                                                                Schwester M. Birgit Henning

                                                                                                Schwester M. Carola Thomann


Go to top