„Unruhig ist unser Herz,
bis es Ruhe findet in dir, o Gott.“
Hl. Augustinus

 

 

friedhofskreuz salzkotten

 

Am 12 .November 2018 wurde in Salzkotten
unsere liebe Mitschwester

Schwester M. Richarda

Von der Unbefleckten Empfängnis
geb. Maria Brand
heimgerufen ins ewige Leben.

 

 

 

Zum Heimgang von Schw. M. Richarda Brand 

 

„Unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir, o Gott.“

Diesen Gedanken des hl. Augustinus, den wir spontan für den Totenbrief von Schw. M. Richarda wählten, hätte sie sicherlich bestätigt. Sie war eine treue Beterin und fand in der innigen Verbindung zu Gott ihre Ruhe und Kraft. In ihre Gebete schloss sie alle Anliegen, um die sie wusste, ein. „Ich bete für dich“, höre ich sie heute noch sagen, manchmal im Vorbeigehen. Sie selbst verließ sich auch auf das fürbittende Gebet ihrer Mitschwestern und bat auch darum.

Schw. M. Richarda wurde am 17.10.1924 als Maria Brand in Bochum-Riemke geboren. Mit drei Geschwistern wuchs sie in einem gut katholischen Elternhaus auf. Sie besuchte die Katholische Volksschule in Bochum, aus der sie im März 1939 entlassen wurde. Anschließend übte sie verschiedene Tätigkeiten als Hausgehilfin aus, u. a. im Josefshaus in Bad Lippspringe, wo sie von 1942 bis 1944 tätig war. Hier bescheinigte man ihr, dass sie eine sehr gute Stützte der Schwestern auf den Stationen war. Ihre fleißige und ehrliche Art wurde sehr geschätzt, und man ließ sie ungern gehen. Doch die junge Maria hatte andere Pläne. Schon immer, so sagte sie selbst, habe sie den Wunsch gehabt, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten. So trat sie am 4. April 1945 in unsere Gemeinschaft ein. Sie wurde am 19. November 1945 eingekleidet und erhielt den Namen Schw. M. Richarda mit dem Titel: von der Unbefleckten Empfängnis. Der Titel zeugt von ihrer tiefen Verbundenheit mit Maria, der Mutter Gottes. Das Beten des Rosenkranzes war ihr sehr kostbar und wertvoll. Stets vertraute sie auf den Beistand der Muttergottes und fand darin Trost und Stärke. 1947 legte sie die zeitliche und 1950 die ewige Profess ab. Ihr sehnlichster Wunsch, der seit Kindertagen in ihr lebendig war, wurde erfüllt. Ihre leibliche Schwester, Schw. M. Halinarda, war ihr schon in unsere Gemeinschaft vorausgegangen. Sicher freute sie sich über den Nachwuchs aus der eigenen Familie. Schw. M. Richarda arbeitete mehrere Jahre bis 1956 in den Krankenstationen in Schwerte und Bad Lippspringe. Sie umsorgte sehr gern und liebevoll die Kranken und war allen Krankenschwestern eine große und gute Hilfe. Von 1956 - 1997 übernahm sie den Dienst im Refektor in Birkesdorf, Lügendortmund, im Josefs-Krankenhaus Salzkotten und in Mariafrieden und sorgte dort für das Wohl ihrer Mitschwestern. Als ihre Schwester, Schw. M. Halinarda, pflegebedürftig wurde, war Schw. M. Richarda sofort bereit, Anfang Juli 1997 nach St. Clara zu kommen und dort für ihre Schwester zu sorgen. Sie hat sich ausgesprochen liebevoll um sie gekümmert, ihr alle nötige Pflege zukommen lassen und viele Wünsche erfüllt. Sie teilte sogar ein Zimmer mit ihr, war also gleich zur Stelle, wenn ihre Schwester etwas brauchte. Als Schw. M. Halinarda verstarb, entstand eine große Lücke im Leben von Schw. M. Richarda, die nur die Zeit ganz langsam zu schließen vermochte. Und auch im Erzählen konnte vieles heilen. Als Schw. M. Richarda selbst pflegebedürftig wurde, wechselte sie im Mai 2008 in den Pflegebereich II in St. Clara. Sie war sehr kontaktfreudig, freute sich jedesmal, wenn jemand in ihr Zimmer kam und mit ihr redete. Einen besonders intensiven Kontakt pflegte sie zu ihrem Neffen, einem Redemptoristen-Bruder. Oft besuchte er seine Tante und blieb dann für einige Tage hier im Mutterhaus. Von ihm erzählte sie sehr gern und liebte es, aus den Informationen der Gemeinschaft der Redemptoristen zu lesen, die sie regelmäßig erhielt. Sein früher Tod war für sie sehr schmerzvoll, doch auch hier fand sie Trost im Gebet und in der innigen Verbindung zu Gott.

 Wir danken Schw. M. Richarda für ihr treues Gebet in allen Anliegen der Gemeinschaft und in den persönlichen Anliegen so vieler, für ihr Gutsein und ihr Mitschwester-Sein.In der letzten Zeit ließen ihre Kräfte mehr und mehr nach. Es war deutlich spürbar, dass sie es gern hatte, wenn jemand an ihrem Bett saß. So war es auch an dem letzten Tag ihres Lebens. In den Abendstunden des 12.11.2018 schenkte der Herr ihr die Ruhe, die sie so oft ersehnte, denn „unruhig ist unser Herz, bis es Ruhe findet in dir, o Gott.“

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