„Meine Seele wartet auf den Herrn, …
… bei Ihm ist Erlösung in Fülle“ Psalm 130

 

friedhofskreuz salzkotten

 

 
Am 10. März 2018 wurde in Salzkotten
unsere liebe Mitschwester
 

Schwester M. Hermine

vom hl. Herzen Jesu
geb. Hedwig Ficker
heimgerufen ins ewige Leben.
 
 
 
 

 

Zum Heimgang von Schw. M. Hermine Ficker

 

Meine Seele wartet auf den Herrn, …
… bei ihm ist Erlösung in Fülle.“ Psalm 130

 

Schw. M. Hermine wartete innig in den letzten Wochen auf den Herrn. Sie wartete voll Sehnsucht, friedvoll und in Freude. Als ihr wenige Wochen zuvor die Schwere ihrer Erkrankung mitgeteilt und mögliche Formen einer vorübergehenden Behandlung aufgezeigt wurden, hatte sie sich innerhalb kürzester Zeit dafür entschieden, ruhig und klar, den baldigen Abschied anzunehmen, alles so zu belassen. Ganz friedlich und gefasst erlebten wir sie. Etwas lachend schaute sie mir fest ins Gesicht und sagte, wir wissen doch, wohin wir gehen. Und wie gut, dass wir eine Gemeinschaft haben, in der wir aufgehoben sind.Die Ärztin, die ihr diese Diagnose übermittelt und mögliche Wege aufgezeigt hatte, war nicht wenig erstaunt und bewegt von dieser Klarheit und ihrer Ausstrahlung. Sie sagte zu ihr, die wenigsten Menschen halten heute diese Realität aus, nichts mehr zu tun, aber es ist eine gute und richtige Entscheidung, die sie treffen.Schw. M. Hermine war dankbar, dass wir sie sofort in die Gemeinschaft zurückholen konnten und sie die kurze Zeit, die ihr noch blieb, gut da sein konnte. Stets war sie im Frieden, klar im Blick auf ihren Abschied, zu uns, zu den Mitarbeiterinnen und ihrer Familie. Mit ihrem großen Vertrauen und ihrer Gewissheit beschenkte sie uns. Ganz ruhig und still verabschiedete sie sich am Abend des 10. März 2018, gab ihr Leben zurück. „… bei ihm ist Erlösung in Fülle!“

Wer war Schw. M. Hermine?

Am 16.9.1933 wurde sie in Spahn, Kreis Aschendorf, als Hedwig, Anna Ficker geboren und wuchs auf dem elterlichen landwirtschaftlichen Hof mit fünf Geschwistern auf. Nach 8 Jahren Volksschule besuchte sie 2 Jahre die Landwirtschaftliche Berufsschule in Sögel. Anschließend arbeitete sie für 3 Jahre im elterlichen Betrieb, zog dann für 3 Jahre zu ihrer Tante, die gelähmt war, um deren Pflege zu übernehmen. Das muss eine große und schwere Herausforderung für sie gewesen sein. In dieser Zeit klärte sich jedoch auch ihre Berufung zum Ordensleben.So trat sie mit 22 Jahren am 1. Februar 1956 in unsere Gemeinschaft ein, wurde im November eingekleidet und erhielt den Namen Schw. M. Hermine vom hl. Herzen Jesu. 1963 legte sie ihre Ewigen Gelübde ab. Schon im zweiten Noviziatsjahr wird sie in der Krankenpflege eingesetzt, im Juniorrat erlernt sie die Krankenpflege in Schwerte. Die Zeugnisse bekunden ihre hervorragende Eignung zur Krankenpflege, heben ihr hilfsbereites Wesen hervor und wie beliebt sie bei den Mitarbeitern und Patienten war. 1960 legte sie ihr Examen mit sehr gut ab und erhielt ihr Diplom. Schon hier muss ihre missionarische Berufung deutlich geworden sein, denn direkt im Anschluss an ihr Krankenpflegeexamen erwarb sie die Zusatzqualifikation zum Desinfektor. Sie arbeitete drei Jahre als Operationsschwester in Schwerte und kam dann ins Mutterhaus, wo sie am 25.10.1964 ihre Sendung für die Mission erhielt. Fünf Jahre arbeitete sie in Tadjung Bali auf der Insel Sumatra, Indonesien. Für kurze Zeit kehrt sie heim, um sich in Trier als Masseurin und Bademeisterin ausbilden zu lassen. Nach dem gebotenen Jahrespraktikum wird sie erneut ausgesandt, diesmal mit einigen anderen Schwestern in den von der Gemeinschaft neu übernommenen Missionsauftrag in Ipoh, Malaysia. Nach 8 Jahren wird dieser Missionsauftrag in einheimische Hände übergeben und Schw. M. Hermine kehrt nach Indonesien zurück, erhält ihren Auftrag für das Rehazentrum Harapan Jaya und später für Tebing Tingi. Ende 1985 kehrt sie in das Mutterhaus Salzkotten zurück. Im Folgenden arbeitet sie überwiegend als Masseurin und Bademeisterin in verschiedenen Einrichtungen bis sie im März 1997 für unser Missionsprojekt in Madisi, Malawi beauftragt wird. Mit kurzen Unterbrechungen arbeitet sie dort bis zum Herbst 2004. Zur Aushilfe geht sie auch 2005 ein weiteres Mal nach Madisi. Seit dieser Zeit setzte sich Schw. M. Hermine für ihre Mitschwestern im Mutterhaus und St. Clara ein, arbeitete in der physikalischen Therapie, hielt Nachtwachen in St. Clara und arbeitete in der Sakristei in der Mutterhauskirche bis im November 2014 ihre gesundheitlichen Kräfte so nachließen, dass sie in den Pflegebereich St. Clara wechselte.

Schw. M. Hermine war eine Missionarin und blieb diesem Sendungsauftrag treu. Die Freude am Herrn war ihre Stärke, wie es im Psalm heißt. So lebte sie, so war sie selbstverständlich in den Begegnungen da und bewahrte diese Haltung auch in ihren kranken Tagen. Trotz ihres Gebunden-seins an den Rollstuhl, blieb sie liebevoll präsent und wach für den jeweils Schwächeren neben sich. Dankbar und fröhlich empfing sie jeden, der sie besuchte, blieb interessiert und aufmerksam für die Anliegen der Gemeinschaft. Wir sind sehr dankbar für das Geschenk ihrer missionarischen Berufung und für ihr Lebens- und Glaubenszeugnis. Mit ihr glauben wir fest an das Ziel unseres Weges, mit ihr glauben wir an die Beheimatung in Gott, dass wir alle in ihm geborgen sind und in ihm leben, dass bei ihm Erlösung in Fülle ist.

Meine Seele wartet auf den Herrn, …
… bei ihm ist Erlösung in Fülle.“ Psalm 130
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