„Du bist die Güte, die Liebe und die Weisheit.
Du bist unser ewiges Leben, großer und
bewundernswürdiger Herr.“

(Franz von Assisi)

 

 

 friedhofskreuz salzkotten

Am 20. August 2017 wurde in Salzkotten                                                      

unsere liebe Mitschwester                                                                 

Schwester M. Ingrid Schenkel                                 

vom Heiligen Geist                                                                      
geb. Margaretha Schenkel                                                                
  heimgerufen ins ewige Leben.                                                             

 

 

 

Zum Heimgang von Schw. M. Ingrid Schenkel

 

„Du bist die Güte, die Liebe und die Weisheit.

Du bist unser ewiges Leben, großer und bewundernswerter Herr.“ (Franz von Assisi)
 

Dieser Lobpreis des hl. Franziskus drückt die innerste Einstellung und das Wesen unserer Schw. M. Ingrid aus.

Und den, dem sie ihr ganzes Leben in Treue anvertraute, den, den sie in all ihrem Tun und Beten innerlich suchte und betrachtend anschaute, bewunderte, ihm eiferte sie nach, bestrebt seinem Beispiel auf ihre schwesterliche und mütterliche Art zu folgen. Ein feines Gespür hatte Schw. M. Ingrid für ihre Mitschwestern, ihre Mitarbeiter und alle Mitmenschen. Einfühlsam erkannte sie die jeweilige Person mit ihren Bedürfnissen und wusste diese auf ihre stille und zurückhaltende Art zu beantworten. Da konnte sie sehr kreativ und behutsam sein und genau das Richtige treffen.

In der Nacht zum Sonntag, am 20. August 2017, ganz zu Beginn des Tages, wurde Schw. M. Ingrid von Gott heimgeholt, so erlebten wir es nach langem Leiden, das sie tapfer auf sich genommen hatte. Sie sprach nicht viel darüber, war aber stets in Frieden präsent, eigentlich bis fast zum letzten Atemzug. Ganz ruhig und still verabschiedete sie sich. Samstagabend, wenn die Liturgie der Kirche mit ihrer Lichtfeier den Sonntag begrüßt, zeigte sich nach einem heftigen Regen ein ausgeprägter doppelter Regenbogen über dem Krankenhaus. Ein wunderbares Zeichen, das alle Anwesenden berührte. Zu diesem Zeitpunkt hatte sich ihr endgültiger Abschied schon angedeutet.

Wer war Schw. M. Ingrid? Hier einige Eckdaten zu ihrem Lebenslauf.

Am 21. Januar 1935 wurde Schw. M. Ingrid als Margaretha Agnes Schenkel in Hovestadt, Kreis Soest geboren. Mit drei Geschwistern erlebte sie eine glückliche Kindheit, umsorgt von ihren Eltern, die einen Friseursalon führten.

Von 1941 – 1950 besuchte sie für 9 Jahre die Volksschule am Ort und erhielt hervorragende Zeugnisse, wie noch viele folgen sollten. Unmittelbar anschließend besuchte sie drei Jahre die Berufsschule. Während dieser Zeit durfte sie offensichtlich verschiedene Berufszweige kennen lernen. Das 1. Jahr absolvierte sie im elterlichen Friseurgeschäft, das 2. Jahr arbeitete sie im Kindergarten in Letmathe, und im 3. Jahr erlernte sie im Letmather Krankenhaus die Küche. Ihr Herzenswunsch war, die Säuglings- und Kinderkrankenpflege zu erlernen. Dies ermöglichten ihr ihre Eltern und schickten sie in die Kinderkrankenpflegeschule nach Bonn-Venusberg. 1955 beschloss sie die dreijährige Ausbildung mit dem Staatsexamen.Von 1955 bis Dezember 1958 arbeitete sie mit großer Freude auf der Kinderstation des Kreiskrankenhauses Mechernich. Ende Dezember 1958 löste sie dieses Arbeitsverhältnis, weil ihr Ordenseintritt bevorstand. Beste Zeugnisse wurden Schw. M. Ingrid im Laufe der Jahre ausgestellt. Alle künden von einer hohen Wertschätzung ihrer Person und ihrem Können gegenüber. Immer wird ihr ein besonderes Geschick im Umgang mit den Kindern und Mitarbeitern bescheinigt, wird ihre absolute Zuverlässigkeit hervorgehoben, ihre unermüdliche Dienstfreude und vorbildliche berufliche Haltung. Überall lässt man sie ungern gehen.

Am 18. Februar 1959 wird sie in unsere Kongregation aufgenommen und beginnt am 19. November 1959 ihr zweijähriges Noviziat. Sie erhält den Namen Schw. Maria Ingrid vom Heiligen Geist. Am 19. November 1961 legt sie die zeitliche Profess und am 19. November 1967 ihre ewige Profess ab. Auf Wunsch der Ordensleitung holte sie 1966 die mittlere Bildungsreife nach, um auf der Schwesternakademie Köln-Hohenlind das Jahresseminar besuchen zu können. Hier erlangte sie 1967 die Befähigung zur Ausbilderin für die Kranken- und Kinderkrankenpflege und für leitende Aufgaben in Krankenhäusern. Unmittelbar anschließend übernahm sie in unserem damaligen Krankenhaus in Birkesdorf den ersten Ausbildungsjahrgang der Kinderkrankenpflegeschule, der bereits begonnen hatte. Viele Jahre setzte sie sich mit Liebe und unermüdlichem Eifer für den Aufbau der Kinderkrankenpflegeschule ein und baute sie stetig weiter auf. Sie leitete diese Schule mit hoher Kompetenz und förderte den Teamgeist unter den Lehrerinnen und Auszubildenden. Ein sehr faires Verhalten wird ihr bescheinigt und dass sie stets für jeden unterstützend da war.

Im Herbst 1994 wurde sie zum Mutterhaus berufen, um Anfang Januar 1995 als Kommunitätsoberin in Bad Sassendorf ihre neue Aufgabe zu übernehmen. Sie leitete die kleine Kommunität und sorgte für Mütter und Kinder, die hier vorübergehend Erholung an Leib und Seele suchten. Gerne war sie dort tätig und bedauerte sehr, als durch die Umstrukturierung im Gesundheitswesen der Kurbetrieb stark zurückging und Einrichtungen geschlossen werden mussten. Und das, nachdem gerade das Haus neu erbaut worden war. Schwer fiel ihr 2001 dieser Abschied. Doch bereitwillig übernahm sie auch jetzt den neuen Auftrag der Ordensleitung für das St.-Josefskrankenhaus in Salzkotten. Hier wurde sie erneut als Hausoberin eingesetzt und übernahm zudem die Kommunitätsleitung bis 2008. Von 2008 bis zu ihrer schweren Erkrankung und auch noch lange während ihrer Erkrankung, bis ihre abnehmenden Kräfte es ihr nicht mehr ermöglichten, leitete sie die große Mutterhauskommunität. Noch auf der Krankenstation behielt sie ein offenes Ohr und Interesse für die Schwestern. Im Januar 1997 wurde Schw. M. Ingrid als Provinzratsschwester in die Ordensleitung berufen und ein Jahr später auf dem folgenden Provinzkapitel für eine Amtszeit von 6 Jahren zur Provinzratsschwester gewählt.

Schwester M. Ingrid wurde von vielen als eine sehr zugewandte, aufmerksame und hilfsbereite Person erlebt, die ihnen mit Rat und Tat zur Seite stand.

Wir Schwestern sind sehr dankbar für ihr Lebens- und Glaubensbeispiel und danken Gott für das Geschenk ihrer Berufung. Mit Franziskus und in tiefer Verbundenheit mit Schw. M. Ingrid, die wir bei Gott geborgen wissen, glauben und verkünden wir erneut:

 

„Du bist die Güte, die Liebe und die Weisheit.

Du bist unser ewiges Leben, großer und bewundernswerter Herr.“ (Franz von Assisi)

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