„Du führst mich hinaus ins Weite…
(vgl. Psalm 18,20)
 
 
friedhofskreuz salzkottenAm 17. Februar 2017 wurde in Salzkotten
unsere liebe Mitschwester

 

Schwester M. Barbara

 

von der immerwährenden Hilfe
 
 
                                                           geb. Anneliese Hohmann
                           heimgerufen ins ewige Leben.

 

 

Nachruf Schw. M. Barbara Hohmann

„Du führst mich hinaus ins Weite...“

Dieser Text aus dem Ps. 18.20 kann für Schw. M. Barbara nicht treffender sein, denn wie lange musste sie mit ihrer Luftnot kämpfen, durch die sie in den vergangenen Jahren doch sehr eingeschränkt war. Nun erfährt sie eine unendliche Weite im himmlischen Reich. Hier kann sie atmen und die unendliche Weite erfahren ohne Luftnot. Hier kann sie atmen ohne ein Sauerstoffgerät, das ihr oft hinderlich war. Es war aber auch eine große Hilfe, denn mit dieser medizinischen Versorgung konnte sie leben und überhaupt am Leben teilnehmen.

Soweit wie möglich hat sie am Leben im Wohnbereich und an den Angeboten im Franziskushaus teilgenommen. Sehr interessierte sie sich für die aktuellen Themen im Fernsehen. Sie hat es sogar geschafft, sich an ihrem 80. Geburtstag von Angehörigen in ein nahegelegenes Cafe einladen zu lassen. Das war eine besondere Freude für sie, die ihr sehr gutgetan hat.
 
Hören wir nun aus dem Lebenslauf von Schw. M. Barbara.
Sie wurde geboren als Anneliese Hohmann am 15. Mai 1935 in Iserlohn. Ihr Lebenslauf ist sehr kurz gehalten, enthält aber die wichtigsten Daten. So ist zu lesen, dass sie als achtes Kind der Familie geboren wurde. Ihr Vater arbeitete bei der Bundesbahn als Oberweichensteller. Aufgewachsen ist sie mit sechs Geschwistern, da ein Bruder im Krieg gefallen war. Von 1941 bis 1950 besuchte sie die dreiklassige Gemeinschafts-Volksschule in Lasbeck Kr. Iserlohn. Anschließend besuchte sie die Haushalts- und Kinderpflegerinnenschule in Iserlohn. Ein Zeugnis vom 16.09.1959 gibt ein wenig Aufschluss über die Jahre zwischen 1951 bis 1959, also bis zu ihrem Ordenseintritt. Als Kinderpflegerin absolvierte sie ihr Praktikum im St. Elisabeth-Hospital in Iserlohn in der Kinderabteilung. In einem Zeugnis heißt es: „Die Pflege des kranken Kindes machte ihr jedoch so viel Freude, und wir selbst waren schon recht bald von ihren Fähigkeiten so überzeugt, dass sie bei uns geblieben ist und heute eine erfahrene, voll ausgebildete Säuglings- und Krankenschwester ersetzt.“ Zum Schluss des Zeugnisses heißt es: „Alle ihr übertragenen Arbeiten führte sie gewissenhaft und immer zuverlässig durch. Bei ihrer stets freundlichen, kinderlieben und immer hilfsbereiten Art hat sie darüber hinaus nicht nur ein besonderes Verständnis für die geistige und seelische Entwicklung des Kindes gehabt, sondern sich auch bei der Mitschwestern und Ärzten viel Sympathie erworben.“ Soweit die Worte des damaligen Facharztes.

Ja, so haben auch wir Schw. M. Barbara erlebt und geschätzt. Mit viel Ruhe und Geduld hat sie sich der kranken Kinder angenommen, überall, wo sie eingesetzt war. Sie konnte besonders gut mit den Kindern umgehen, die schwierig in der Betreuung waren.Nochmal zurück zu ihrem Lebenslauf. Nachdem sie sich schon länger mit ihrer Berufung zum Ordensleben auseinandergesetzt hatte, bat sie um die Aufnahme in unsere Gemeinschaft. Zum 31.07.1959 erhielt sie die Aufnahme, im Mai 1960 wurde sie eingekleidet, im Mai 1962 legte sie die zeitliche und im Mai 1967 die ewige Profess ab.

Um die staatliche Anerkennung als Kinderkrankenschwester zu erlangen, hat sie von 1967 bis 1970 die dreijährige Ausbildung in der Kinderkrankenpflegeschule im St. Marien-Hospital in Düren-Birkesdorf absolviert. Anschließend war sie 10 Jahre auf der Kinderstation im Marien-Krankenhaus in Schwerte eingesetzt und wechselte 2001, als die Kommunität aufgelöst wurde, zum Mutterhaus und damit zum erneuten Einsatz in den Pflegebereich St. Clara zur Betreuung der Schwestern. Als erfahrene Stationsschwester sorgte sie für die medizinische Versorgung der zu pflegenden Schwestern und war auch mit vielen anderen Aufgaben betraut. Sie war einfach dazwischen, hilfsbereit, ansprechbar für jegliche Aufgaben, die sie wie selbstverständlich erfüllte. Man erlebte sie als immer freundlich und zufrieden und aufmerksam für das Geschehen rundum.

Ein beliebtes Hobby war ihr das Handarbeiten. Wunderschöne Sachen wie Decken, Pullover und Mützen hat sie hergestellt und alles für die Mission. Sie war nie untätig, selbst in ihren kranken Tagen nicht. Immer wieder konnte ich kleine Mützen für die Säuglinge in Malawi bei ihr abholen. „Kannst Du mir wieder Wolle mitbringen?“, fragte sie, „sonst kann ich nicht weiter stricken“. In gesunden Tagen hat sie ihren Urlaub gern in unserem Ferienhaus, der Marienau in Heppenschwand, verbracht. Dann ließ es ihr Gesundheitszustand nicht mehr zu. Sie musste sie viele Situationen annehmen und ihr „Ja“ sagen. Aber darüber sprach sie nie viel, denn überhaupt war sie in ihren Äußerungen stets zurückhaltend. Bis 2011 konnte Schw. M. Barbara die Aufgaben im Pflegebereich ausführen, aber in dieser Zeit hatte sich ihr Gesundheitszustand stetig verschlechtert. Sie litt an Diabetes einer chronischen Niereninsuffizienz, aber mehr noch an ihrer interstitiellen Lungenerkrankung. Die Luftnot machte ihr immer mehr zu schaffen bis hin, dass sie ohne Sauerstoff nicht mehr leben konnte. Wohl etwa 4 Jahre lebte sie mit dem Sauerstoffgerät. Trotzdem war ihre Luftnot kurz vor ihrem Tod so heftig, ebenso die Herzprobleme, dass sie stationär behandelt werden musste, aber nur zwei Tage, dann hat Gott sie zu sich geholt. So verstarb sie nach Mitternacht, am 17.02.2017. Gott hat sie heimgeholt und erlöst von ihren Leiden und Schmerzen. Ganz sicher war Schw. M. Barbara auf diese Stunde vorbereitet. Ihr ganzes Leben hat sie sich in den Dienst Gottes und der Gemeinschaft gestellt. Sie war sowohl um die kleinen als auch die erwachsenen Menschen besorgt. Sie war geprägt vom franziskanischen Geist und so hat sie ihr Ordensleben gelebt. Sie hat unsere Gemeinschaft geliebt und mitgewirkt im Sinne von Franziskus und unserer Gründerin Mutter Clara. Unmerklich hat sie viel gebetet und wird nun weiter unsere Fürbitterin beim Herrn sein.

Wir Schwestern danken Schw. M. Barbara für alles, was sie in der Gemeinschaft bewirkt hat.
Gott möge ihr alles lohnen und sie in seine Wohnungen aufnehmen, die er ihr bereitet hat und ihr die ewige Freude schenken.
 
 
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