„Ich weiß, dass meine Erlöser lebt:
Er führt mich ins Land der Lebenden.“
(nach Ijob 19,25 u. Ps 116,9)
 
 
 
 
 
friedhofskreuz salzkotten
Am 12. Februar 2017 wurde in Paderborn
unsere liebe Mitschwester
 

Schwester M. Friedburg

vom heiligen Kreuz
geb. Christine Schmelter

heimgerufen ins ewige Leben.

 

 

 

 

Nachruf Schw. M. Friedburg Schmelter

„Also dann bis Freitag, dann komme ich vor Weihnachten nochmals zum Pfortendienst.“

Mit diesen Worten verabschiedete sich Schw. M. Friedburg am 21.12.2016 von den Schwestern im Liboriushaus in Paderborn. Und dann nahmen die Dinge ihren Lauf.
Schw. M. Friedburg erkrankte plötzlich und so schwer, sodass sie stationär aufgenommen werden musste. Nach einer zunächst unklaren Diagnose trat kurz eine Besserung ein, aber dann verschlechterte sich ihr Zustand sehr, sodass sie sich davon nicht erholte und Gott sie heimholte in seinen ewigen Frieden. Es war der 12. Februar kurz vor Mitternacht.
„Ich weiß, dass mein Erlöser lebt. Er führt mich ins Land der Lebenden“. Ja, dort ist sie jetzt, im Land der Lebenden, erlöst von ihrer kurzen, schweren Erkrankung.
Viele Menschen haben sie gekannt und überall dort, wo sie gelebt und gewirkt hat, hat sie Spuren hinterlassen. Besonders behinderten Menschen war sie zugetan und begleitete sie mit viel Verständnis.
 

Aber nun erst zu Schw. M. Friedburg selbst.

Sie wurde als Christine Schmelter am 18.01.1937 in Essentho Kr. Büren geboren. Sie war das sechste Kind in der Geschwisterreihe. Zwei starben bereits im Säuglingsalter. So wuchs sie mit sechs Geschwistern auf. Ihr Vater war Holzarbeiter und musste mit dieser schweren Arbeit die große Familie ernähren.
Von 1943 bis 1952 besuchte sie die achtjährige Volksschule in Essentho, aus der sie mit einem sehr guten Zeugnis entlassen wurde. Um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, da der Vater inzwischen schon Invalide war, bekam sie eine Anstellung zunächst in einer Schieferfuhrwerk-Firma in Marsberg und dann in einer Bilderrahmen-Vergolderei bis 1955. Im Marien-Hospital in Letmathe erlernte sie die Küche und anschließend war sie bis zu ihrem Ordnseintritt als Helferin auf der Privatstation des Hauses eingesetzt. In ihren jungen Jahren hat Schw. M. Friedburg schon viel Leid in der Familie erfahren, denn zwei ihrer Brüder sind im Krieg geblieben und ein Bruder ertrank 1957 mit 22 Jahren in der Hennetalsperre. Inzwischen hatte sich Schw. M. Friedburg im Mutterhaus Salzkotten die Aufnahme in die Ordensgemeinschaft geholt, die sie zum 18.02.1959 erhielt. Nach ihrer Einkleidung im November 1959 legte sie 1961 die zeitliche und 1966 die ewige Profess ab.
Im Meinwerkinstitut in Paderborn erwarb sie sich schon 1963 weitere Kochkenntnisse und erlangte die Anerkennung als staatlich geprüfte Wirtschafterin. So war sie zunächst in verschiedenen Einrichtungen eingesetzt, wiederholt als Aushilfe. Eine zusätzliche fachliche Ausbildung zur Diätassistentin erhielt sie in Würzburg. Mit diesen fachlichen Ausbildungen war sie überall zu gebrauchen, so wirkte sie in Lipperode, in Warburg, im Marienheim und im St. Josefs-Krankenhaus in Salzkotten, um einige zu nennen. 1974 bis 1991 war sie die Seele im Josefshaus in Lipperode, besonders für die körperbehinderten Bewohner. 1975 legte sie nach einem Zusatzkurs die Ausbilder-Eignungsprüfung ab und erhielt die Befähigung, Lehrlinge in der Hauswirtschaft auszubilden. Immer hat sie sich für die Menschen mit Behinderung eingesetzt und es auch geschafft, sie durch die Prüfung zu bringen.
1991 über nahm sie in Bad Meinberg im Mütter-Erholungs-Heim den Speisesaal, Die Kommunität wurde 1998 aufgelöst und Schw. M. Friedburg fand ein neues Arbeitsfeld in der Mithilfe des pastoral-sozialen Dienstes und des hauswirtschaftlichen Dienstes auf dem Kaukenberg in Paderborn.
 

Wer war nun Schw. M. Friedburg?

Insgesamt ist zu sagen, dass sie ein liebenswürdiger Mensch war. Sie war immer zufrieden, hatte für jeden ein gutes Wort, sie war kontaktfreudig, pflegte Kontakt zur Familie, aber auch zu vielen Menschen, denen sie begegnet war in den unterschiedlichen Einrichtungen. Für sich selbst war sie anspruchslos, für andere aber großzügig. Sie lebte den franziskanischen Geist. Stets war sie bereit, in den verschiedenen Aufgaben mitzuarbeiten. Da möchte ich einmal den regelmäßigen Einsatz für die Betreuung der Obdachlosen an Wochenenden im Winterhalbjahr nennen, aber auch zur Feier an Weihnachten und in der Liboriwoche. Gern gesehen war sie in der Seniorengruppe St. Hedwig und im Handarbeitskreis. Sie war die Leiterin dieser Gruppe, mit denen sie immer wieder kreative Ideen verwirklichte.
Zu ihrer vielseitigen Begabung gehört auch, dass sie eine gute Köchin war und die schönsten Torten backen konnte. Unendlich viele Waffeln hat sie in ihrem Leben bei den verschiedensten Anlässen gebacken.
Viele Schulkinder werden sie vermissen. Denn auf deren Heimweg schellten sie am Arnikaweg 46 an, um sich mit Plätzchen eine Stärkung für den weiteren Weg zu holen.
19 Jahre hat sie in der kleinen Kommunität mit Schw. M. Cäcilia gelebt, gebetet und war stets für andere da. Hier spreche ich im Namen von Schw. M. Cäcilia ihren Dank für das gute Miteinander und den gemeinsamen spirituellen Weg. In der Pfarrkirche St. Hedwig hatte sie ihren festen Platz und in der Pfarrgemeinde leitete sie die Handarbeitsgruppe, in der viele schöne Dinge entstanden. In der Seniorengruppe war sie gern gesehen mit ihrem Humor und Witz. So war sie ganz in das Gemeindeleben integriert.
Dann hatte sie noch eine Nebenbeschäftigung und zwar übernahm sie drei Mal wöchentlich den Pforten- und Telefondienst im Liboriushaus in Paderborn. Das war für sie eine abwechslungsreiche Aufgabe, hier konnte sie viele Kontakte knüpfen.

Überall, wo sie gelebt und gewirkt hat, wird man sie nun vermissen.

„Niemand kennt den Tag oder die Stunde“, so auch Schw. M. Friedburg. Nach nur einer kurzen Zeit der Erkrankung wurde sie von Gott heimgeholt und sie darf nun teilhaben an der ewigen Herrlichkeit.

Wir Schwestern sind ihr dankbar
        für ihr Leben mit uns,
        für all das Gute, das sie in der Gemeinschaft bewirkt hat und dass Menschen durch sie erfahren haben,
        für ihr Zeugnis, das sie durch ihr franziskanischen Leben gegeben hat.

Hoffen wir dereinst auf ein Wiedersehen mit ihr und all unseren lieben Verstorbenen, denn
Auferstehung ist unser Glaube,
Gedenken unsere Liebe,
Wiedersehen unsere Hoffnung.
Go to top