„Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“
(Ps. 8,5)

friedhofskreuz salzkottenAm 31. Januar 2017 wurde in Paderborn

unsere liebe Mitschwester

 

Schwester M. Margit

von der unbefleckten Empfängnis

geb. Ingeborg Raab

heimgerufen ins ewige Leben.

 

 

 

Nachruf Schw. M. Margit

„Näher mein Gott zu dir...“

Mit diesem Gebet hat Schw. M. Margit in ihrer seelsorglichen Tätigkeit im Krankenhaus in Wildeshausen unzählige Sterbende begleitet. Nun ist sie selbst eingegangen in die Ewigkeit.

Nachdem Schw. M. Margit am 28.01.2017 einen Schlaganfall erlitten hat, waren wir zuversichtlich, dass mit der entsprechenden Behandlung wieder Besserung eintreten würde, aber es kam anders. Es ergaben sich Komplikationen, die eine Intensivpflege notwendig machten. Davon erholte sie sich nicht mehr und wurde am 31.01.2017 von ihren Leiden erlöst.

„Was ist der Mensch, dass du an ihn denkst,
des Menschen Kind, dass du dich seiner annimmst?“

In diesem Psalmwort wird genau das zum Ausdruck gebracht, was Schw. Margit erfahren hat. Gott hat sich seiner Dienerin Margit angenommen und hat sie zu sich geholt. Sie hat es nicht mehr bewusst wahrnehmen können, das ist ihr erspart geblieben.

Schw. M. Margit wurde am 07.August 1930 in Dortmund als Ingeborg Raab geboren. Sie hatte zwei ältere Schwestern, mit denen sie aufwuchs. Sie war erst drei Jahre, als ihr Vater starb. 1936 wurde sie in der kath. Volksschule zu Dortmund eingeschult. Dann wurde ihre Familie evakuiert nach Koblenz und anschließend 9 Monate ins Sauerland. Durch diesen Wechsel wurde sie erst 1945 aus der Schule entlassen. Ganz tragisch erlebte sie den Bombenangriff auf Dortmund 1944, bei dem ihre Mutter und eine Schwester ums Leben kamen. Schw. M. Margit hat durch diesen Verlust eine schwere Kindheit verlebt. Nach ihrer Schulentlassung war sie ein Jahr lang als Kindermädchen in einer Familie tätig und betreute u.a. das vierjährige Kind. Mit dieser Aufgabe wurde in ihr der Wunsch geweckt, Kinderkrankenschwester zu werden. Zuvor erhielt sie, dank ihrer älteren Schwester, die sie liebevoll betreute, im Josefsheim in Bigge eine Arbeitsstelle, um den Haushalt zu erlernen. Dies war Voraussetzung für die Ausbildung zur Säuglingspflege, die sie im Kinder-Krankenhaus in Viersen absolvieren konnte.

In Bigge und in Viersen lernte sie uns Franziskanerinnen kennen und in ihr wuchs der Entschluss, Ordensfrau zu werden. Sie bat um die Aufnahme in unsere Gemeinschaft, die sie zum 01. September 1951 erhielt. Im Mai 1952 wurde sie eingekleidet, 1954 legte sie die zeitliche und 1957 die ewige Profess ab. In der Ordensgemeinschaft fand sie eine Beheimatung, die sie bisher nicht erfahren hat. Seit vielen Jahren hat sie keine Familienangehörigen, denn ihre Schwester verstarb plötzlich 50-jährig.

Von 1953 bis 1988 war sie immer auf der Säuglings- oder Kinderstation in verschiedenen Einrichtungen eingesetzt. Um einige zu nennen war sie in Birkesdorf, Letmathe, Iserlohn, Castrop-Rauxel, Bigge, Schwerte und Salzkotten eingesetzt. Sie war eine wertgeschätzte, fachlich kompetente Kinderkrankenschwester und wurde von allen sehr geliebt in ihrer so gütigen, hilfsbereiten Art. Trotz ihrer verschiedenen Erkrankungen von Herz und Nieren war sie stets einsatzbereit und versah ihre Dienste sehr gewissenhaft.

Eine besondere Freude war es ihr, dass sie die Taufpatin des Kindes einer ihr sehr geschätzten Mitarbeiterin werden durfte. Daraus entwickelte sich eine herzliche Beziehung.

Nachdem die Kinderstation im Josefs-Krankenhaus Salzkotten aufgelöst wurde, ließ Schw. M. Margit sich auf eine neue Aufgabe ein, und zwar auf Pastorale Dienste im Krankenhaus Johanneum in Wildeshausen. Zuvor nahm sie an einem Kurs für „Pastorale Dienste“ in Köln-Hohenlind teil.Mit Hingabe und unermüdlich hat sie im Johanneum die Kranken betreut, vor allem aber hat sie die Sterbenden begleitet. Wie liebevoll sie ihnen zugetan war, bringt ein Dankesschreiben des damaligen Pfarrers des Krankenhauses und der Kirchengemeinde zum Ausdruck. Ich zitiere:

„Als Seelsorgerin, vor allem für die Schwerkranken und Sterbenden in unserem Krankenhaus leistet Schw. M. Margit wertvolle, persönliche Hilfe. Sie schafft eine Atmosphäre des Vertrauens. Sie hat Zeit für die Kranken, die sie brauchen, sie ist ihnen nahe in ihren schweren Stunden und baut Brücken zwischen dem Diesseits und dem Jenseits, indem sie selbst glaubwürdig diese Brücke verkörpert und durch ihren bereitwilligen Dienst hinweist auf Gott, der unser menschliches Leben trägt und lenkt. Ich bin dankbar, Schw. M. Margit in der Krankenhausseelsorge zu haben, mit der ich sehr gut zusammenarbeiten kann. Ihr Dienst ist ein großer Gewinn für das Ansehen unseres Hauses.“

Ende der Dankesworte.

Mit diesen Worten ist all das ausgedrückt, wer und wie Schw. M. Margit war, wie sie auf kranke Menschen gewirkt hat, mit welcher Liebe sie diese begleitet hat. Gelobt wurde auch ihr Umgang mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Viele Menschen, die ihr im Laufe des Lebens begegnet sind, erinnern sich dankbar an sie.

2008 wurde die Kommunität im Krankenhaus Johanneum aufgelöst. Nach 20 Jahren ihrer seelsorglichen Tätigkeiten und nach einem würdevollen aber auch etwas schmerzlichem Abschied wechselte sie 2008 zunächst zum Mutterhaus und 2013 in den Pflegebereich St. Clara. Ihre körperlichen und auch geistigen Kräfte ließen zusehends nach, doch liebevoll kümmerte sie sich auch in dieser Phase um ihre Mitschwestern. Immer war sie interessiert und aufgeschlossen für alles rundum und ihre Hilfsbereitschaft den Mitschwesternn gegenüber kannte oft keine Grenze. Ihr franziskanisches Leben in aller Bescheidenheit und Einfachheit, ihr liebevoller Umgang und ihre Zufriedenheit sind uns Vorbild. Dankbar nehmen wir Abschied von ihr. Dankbar sind wir für ihr Leben mit uns, ihre Frohnatur, ihren Einsatz für die Gemeinschaft.

Möge Gott ihr all das Gute vergelten, dass sie in der Gemeinschaft bewirkt hat, aber auch den vielen Menschen, die ihr begegnet sind.

 
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