„Lass mich deine Huld erfahren am frühen Morgen;
denn ich vertraue auf dich.“ (Psalm143,6)

 

 

Am 03. Januar 2017 wurde in Salzkotten

unsere liebe Mitschwester 

 friedhofskreuz salzkotten

Schwester M. Aldegund

vom hl. Herzen Jesu

geb. Paula Slebioda

heimgerufen ins ewige Leben.

 

 

 

Nachruf Schw. M. Aldegund

Schwester M. Aldegund wäre Ende Monats 95 Jahre geworden, aber nun hat Gott sie schon vorher zu sich geholt.

Treffend ist der Vers aus Ps. 143,8. Er ist dem Totenbrief vorangestellt und lautet:

„Lass mich deine Huld erfahren am frühen Morgen,
denn ich vertraue auf dich.“

Schw. M. Aldegund hat in den frühen Morgenstunden des 03.01.2017 diese Huld erfahren, indem sie von Gott heimgeholt wurde in sein himmlisches Reich.

Schw. M. Aldegund war eine geborene Paula Slebioda. Sie erblickte am 27. Januar 1922 in Bochum das Licht der Welt. Mit drei Geschwistern wuchs sie in einer Bergmannsfamilie auf und besuchte die achtjährige Volksschule, aus der sie 1936 entlassen wurde. Anschließend war sie bis 1940 als Hausgehilfin halbtags in einem Geschäftshaushalt einer Feinbäckerei beschäftigt, wechselte aber zwischendurch ihre Stelle mit einer Vollbeschäftigung in einen anderen Haushalt bis 1944.

Da sie schon zwei Jahre den Wunsch hegte, in eine Ordensgemeinschaft einzutreten, wandte sie sich mit ihrer Anfrage an das Mutterhaus hier in Salzkotten. Für den 05. Oktober 1945 erhielt sie die Aufnahme in unsere Gemeinschaft. Die Einführung in das Ordensleben begann mit dem Postulat. 1946 wurde sie eingekleidet, legte 1948 die erste zeitliche Profeß und 1951 die ewige Profess ab. Diese Jahre dienten ihr, das Ordensleben kennen zu lernen. Zwischenzeitlich erlernte sie im Marienheim in Salzkotten, in der Fachschule für Kinderpflegerinnen und Haushaltsgehilfinnen, den Beruf der Kinderpflegerin. Mit dieser Ausbildung war sie zunächst auf der Kinderabteilung im Josefsheim Bigge und in Castrop-Rauxel eingesetzt. Von 1950 bis 1962 war sie im Kindergarten in Reil an der Mosel tätig, anschließend 17 Jahre im Kindergarten in Ostwennemar.

Aus gesundheitlichen Gründen übernahm sie von 1980 bis 2006 andere Dienste in verschiedenen Einrichtungen. Zunächst war sie im Speisesaal in Bad Sassendorf und in Körbecke tätig, dann versorgte sie die Kapelle und hauswirtschaftliche Aufgaben im Liboriushaus in Paderborn. Nach einer längeren Erkrankung hatten ihre Kräfte nachgelassen, darum wechselte sie 2006 in den Wohnbereich St. Clara und ab 2008 in den Pflegebereich Michael. Schw. M. Aldegund war eine liebenswürdige und sehr geduldige Mitschwester, vor allem in ihren kranken und pflegebedürftigen Monaten und Jahren.

Wenn ich nun ein wenig von ihrem Wesen zum Ausdruck bringe, dann ist zuerst ihre Liebenswürdigkeit hervorzuheben. Sie war selbst ein liebenswürdiger Mensch. Sie hatte viele Begabungen. Eine davon war, ganz unkompliziert auf Menschen zuzugehen. Sie schaffte gern Kontakte, teilte mit den Menschen Sorgen und Nöte. Sie freute sich an allem Schönen und bereitete anderen gern Freude. Sie hatte einen versteckten Humor, den sie oft in Gesprächen und Kommentaren zum Ausdruck brachte. Sie konnte gut zuhören und war denen zugewandt, denen sie begegnete. Immer freute sie sich über einen Besuch. Sie hatte oft ein verschmitztes Lächeln auf dem Gesicht. Trotz zunehmender Altersbeschwerden und Schmerzen strahlte sie Zufriedenheit aus. Wenn man sich nach ihrem Befinden erkundigte, sagte sie mit einem Lächeln: „Danke, es geht mir gut.“

Sie hatte Sinn für Atmosphäre und wo immer sie tätig war, schaffte sie Atmosphäre, die allen guttat. In ihrer Art wusste sie mit Menschen umzugehen. In ihrem langjährigen Einsatz im Kindergarten war sie besonders den Kindern zugetan. Ganz geduldig hat sie alle Beschwerden in den Jahren ihrer Pflegebedürftigkeit angenommen und dankbar war sie für jegliche Handreichung und Hilfe, die sie zunehmend brauchte. Sie unterhielt sich immer gern, jedoch das Sprechens fiel ihr stetig schwerer, aber sie nahm alles sehr wach wahr und man wunderte sich über die eine oder andere Antwort oder Äußerung, die sie zum Schluss nur langsam formulieren konnte.

Nun ist sie heimgekehrt ins ewige Leben.

Wir Schwestern haben viel von ihr lernen können. Bescheidenheit und Zufriedenheit zeichneten sie aus. 2015 konnte sie ihr 70-jähriges Ordensjubiläum feiern. Wir Schwestern danken ihr für ihr Leben mit uns, in und mit der Gemeinschaft.

Dankbar nehmen wir von Schw. M. Aldegund Abschied in der gläubigen Gewissheit, dass sie ihren Platz einnehmen kann, den Gott ihr bereitet hat.

Beten wir nun, dass Gott ihr die ewige Freude schenke.

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