Feste der Stigmatisation – des Hl. Franziskus und Mutter M. Clara Pfänders

 Mutter M. Clara können wir heute sagen hören:

feste2Ihr nähert Euch gerade jetzt spirituell intensiv anregenden Festtagen, der Stigmatisation des Hl. Franziskus und seiner, sowie meiner Heimkehr zu Gott.

Diese drei wertvollen Geschehnisse berühren tief unser inneres Sein:

  • Da zeigt in La Verna ein von Liebe durchglühtes Leben mit Christus seine körperlichen Spuren in den Wundmalen des Heiligen;
  • da wird in Portiunkula ein ganz an die Armut verschenktes Dasein nackt in die Hände seines Schöpfers zurückgegeben;
  • da durfte ich selbst in Rom mit meinem letzten Lebenshauch „Heiliger Vater Franziskus, ich bin bereit!“ in aller Demut meine Ganzhingabe erfüllt vollenden.

Es ist nicht möglich, zu dieser tiefen Liebeshingabe zu gelangen, ohne stets das eigene geistliche Leben zu nähren.

 

feste3Wie Ihr Euer geistliches Leben nährt und was Ihr konkret im Tun bewirkt, geht miteinander Hand in Hand. Es beflügelt, vertieft und bereichert sich gegenseitig. Seit der Gründung der Kongregation steht diese wunderbare Verbindung von Kontemplation und Aktion im Mittelpunkt (G.-Konst. XXII, Konst. Nr. 5). Der Evangelist Johannes macht dieses Zusammenspiel bereits in der Hl. Schrift deutlich, indem er den Einsetzungsbericht der Eucharistie mit der Fußwaschung der Jünger zusammenbringt (Joh. 13, 1-15). Lasst mich dies weiter beleuchten.

Einerseits wird Eure Kontemplation sichtbar:

  • In Zeiten der persönlichen Einsamkeit und des gemeinsamen Gebetes;
  • in der Offenheit des Herzens, um Christus in der Hl. Schrift zu begegnen;
  • in der Liebesantwort auf die unfassbare Gabe der Eucharistie; die Gegenwart Christi anbetend in der demütigen Brotgestalt, als auch in der wunderbar vollkommenen sowie zugleich gebrochenen Schöpfung. (Konst. 32-41)

Andererseits finden Eure Aktivitäten, genährt durch Gebet und Kontemplation, spürbaren Ausdruck in Euren täglichen Diensten:

  • Im bereitwilligen Schenken an diejenigen, denen Ihr dient, wobei Ihr im Armen Christus begegnet;
  • im großzügigen Teilen Eurer vielfältigen Gaben;
  • in konkreten Schritten, um die Schaffung einer gerechteren Welt, und in der mutigen Begegnung mit Christus in Bedürftigen und Entrechteten;
  • in der gemeinsamen Sorge für die Welt, die Euch anvertraut ist.    (Konst. 42-47)

 

mutter m. clara 1

Wie ich, lebt auch Ihr aus einer inneren Inspiration der Liebe Christi, die in unsere Herzen eingepflanzt wurde. Diese tiefe Liebe zu Christus erfüllte den Hl. Franziskus bereits seit seiner Berufung, und zeigte sich später in den eingeprägten Wundmalen. Mir persönlich wurde die Flamme eucharistischer Lebenshingabe schon in meiner Jugend im Herzen entzündet.

Ich sehnte meine Erstkommunion trotz aller Widerstände meines Vaters herbei, und die Kraft der Eucharistie stützte mich mein Lebens lang.

Ja, diese Flamme ist auch in Euren Herzen entfacht, und drängt zum liebenden Ausdruck. Damit sie lebendig bleibt, braucht sie geistige Nahrung durch persönliche Einkehr, Gebet und geistige Erneuerung. Das Teilen spiritueller Erfahrungen miteinander und die gegenseitige Ermutigung können Euch bereichern. Nur wenn Eure Herzen in der Liebe Christi verankert sind, könnt Ihr wirklich mit den Nöten der heutigen Welt in Berührung kommen, und diese auch im Gebet aufgreifen. Auch ich nahm mir stets die Nöte der gebrochenen Menschheit zu Herzen, und mit meinen Schwestern versuchte ich damals Lösungen zu finden, auch wenn es uns große Opfer abverlangte.

Während Ihr immer mehr zur Fülle göttlichen Lebens in Euch findet, werdet Ihr Christi Leib in der Welt sichtbar machen. Ihr werdet zu Zeuginnen der Liebe Gottes, die seine heilende Gegenwart erfahrbarer werden lässt. Seid eine liebevolle Unterstützung füreinander und stets aufmerksam bedacht Euer inneres Leben zu nähren. Dann könnt Ihr die guten Gaben Gottes einsetzen, die Euch gegeben sind, um seine „Frohe Botschaft“ durch Euer Gebet und/oder Euren Dienst sichtbar und lebendig zu machen.

 

Go to top