Selig der Mensch, der seine Freude hat
an der Weisung des Herrn.“
vgl. Ps 1,2

 

Dankbar für all ihre Liebe und Sorge nehmen wir Abschied von unserer Mitschwester


Schwester M. Paula

von der immerwährenden Hilfe


S Paula
*16.01.1937 in Visbek-Astrup
+08.04.2022 in Salzkotten

 

geb. Auguste Josefa Lüers
die heimgerufen wurde ins ewige Leben.



Zum Heimgang von Schw. M. Paula Lüers

 

„Selig der Mensch, der seine Freude hat an der Weisung des Herrn.“ Vgl. Ps 1,2

Schw. M. Paula liebte und lebte ihre Berufung von ganzem Herzen. Dieser Psalmvers, den ihre beiden Schwestern, Petra und Klara für sie auswählten, drückt dies aus. Mit ihrem ganzen Sein folgte sie freudig diesen inneren Weisungen des Herrn und gab sich ihrem Dienst an den Kran-ken und Bedürftigen hin. „Von der immerwährenden Hilfe“, ihr Titel, den sie bei ihrer Einkleidung erhielt, wer denkt da nicht an ihren Jahrzehntelangen, unermüdlichen Dienst im Krankenhaus in der Pflege und Seelsorge. Stets zum Einsatz und zur Hilfe bereit, so kennen wir sie. Schw. Paula war eine umsichtige, liebevoll sorgende Mitschwester auch in der Gemeinschaft, fein musste der Schmuck sein in der Kirche und im Konvent und passend zu allen Festen und Jahreszeiten. Da war ihr keine Mühe zu viel. Das hat sie ausgemacht, es war ihr Wesen, wohl schon in der Fami-lie, wie ich es dem Gespräch mit ihren Schwestern Petra und Klara entnehmen konnte. Schw. M. Paula war da und das war sie für jeden Menschen, der sie brauchte in Freude und Leid, in der Nähe und Ferne. Das war ihre Mission. In den langen Jahren ihrer Krankheit, durchlebte sie zudem ihre Passion im Stillen für die Mission, insbesondere für unsere Mission in Madisi/Malawi.

In einem der Totengebete in diesen Tagen hörten wir sehr zutreffend für Schw. M. Paula die Worte aus dem Johannesevangelium 14,1-2a: „Euer Herz lasse sich nicht verwirren. Glaubt an Gott und glaubt an mich! Im Haus meines Vaters gibt es viele Wohnungen.“ Schw. M. Paula glaubte fest an diese für sie vorbereitete Wohnung und an das Leben in Fülle bei Gott und all ihren Lieben, auch wenn sie sich vor diesem letzten Übergang fürchtete. Ihr Glaube lebte aus dieser Gewissheit. In diese Wohnung, die Jesus für sie vorbereitet hat, ist sie jetzt nach einem erfüllten Leben eingegangen. Schw. M. Paula hat Spuren hinterlassen, Spuren der Liebe, die sie empfangen und zugleich großzügig geteilt hat.

Schw. M. Paula, Auguste Josefa, wurde mit ihrer Zwillingsschwester, Schw. M. Petra, am 16. Januar 1937 in Visbek, Kreis Vechta, als Tochter der Eheleute Georg Lüers und Maria Auguste, geb. Bahlmann geboren. In eine Großfamilie wurden beide hineingeboren. Mit drei älteren Geschwistern und zwei Jüngeren wuchsen sie auf. Zudem lebten die Großeltern und eine Tante mit im Haus. Der feste Zusammenhalt in der Familie hat alle sehr geprägt.

Schw. M. Paula besuchte nach 8 Volksschuljahren 1952 für zwei Jahre die Landwirtschaft-liche Berufsschule in Visbek und arbeitete bei ihren Eltern in der Haus- und Landwirtschaft. Im Frühjahr 1954 legte sie die ländliche Hausarbeitsprüfung ab. Jeweils in den Wintermonaten besuchte sie anschließend die Nähschule unserer Schwestern in Visbek.

In der Familie war der Glaube fest verankert und der Alltag von diesem geprägt. Bei aller Arbeitsanforderung war es den Eltern wichtig, das täglich einer der Familie zur Messfeier in die Pfarrkirche ging, um den Segen Gottes, wie die Mutter sagte, in die Familie zu holen.

Früh reifte in Schw. M. Paula der Wunsch zum Ordensleben, den sie jedoch niemandem mitteilte, auch nicht ihrer Zwillingsschwester. Als dann deutlich wurde, dass diese die gleiche Entscheidung in sich trug, war die Überraschung groß. Schon ein Jahr später folgte am 6. August 1957 ein gemeinsamer Eintritt in unsere Ordensgemeinschaft.

Am 19. Mai 1958 werden beide in das Noviziat aufgenommen. Auguste erhält den Namen, Schw. M. Paula „von der immerwährenden Hilfe“. Am 19. Mai 1960 legte sie ihre erste Zeitliche Profess ab, am 19. Mai 1965 ihre Ewige Profess.

Nach ihrem ersten Noviziatsjahr erlernt sie mit ihrer Schwester M. Petra im Elisabeth Krankenhaus Iserlohn die Krankenpflege die sie nach zwei Jahren mit der staatlichen Krankenpflegeprüfung abschließt. 1962 wird sie in das Marienkrankenhaus in Schwerte versetzt und 1968 in das neu errichtete St. Josefs-Krankenhaus in Salzkotten, wo sie 50 Jahre sehr segensreich wirkte und die Atmosphäre und den Ruf des Hauses stark mitprägte.

Schw. M. Paula nahm an vielen beruflichen Fort- und Weiterbildungen teil, fachlich wie spirituell.

Über 30 Jahre leitete sie die Gynäkologie und Geburtsabteilung des Hauses.

Ab Januar 1998 übernahm sie, nach einer schweren Erkrankung und beruflichen Weiterbildung die Mitarbeit in der Krankenhausseelsorge. Mit großer Liebe und Präsenz war sie bei den Kranken und Sterbenden. Inzwischen im Seelsorgeangebot des Hauses nicht mehr wegzudenken ist die Kindersegnung, die sie einführte, auch die umfangreiche Trauerarbeit und Trauerbegleitung der Eltern, die ihr Kind verloren haben. In Ehrfurcht vor dem Leben jedes Kindes und der tiefen Trauer der Mütter und Väter, führte sie eine würdige Verabschiedung der zu früh Geborenen oder Totgeborenen Kinder ein und sorgte für eine Gedenkstätte, einen konkreten Ort der Trauer auf dem Friedhof hier in Salzkotten.

Nach 50 jähriger Tätigkeit im St. Josefs-Krankenhaus waren ihre Kräfte aufgrund einer schweren Nierenerkrankung aufgezehrt. Viele Jahre zuvor musste sie bereits regelmäßig zur Dialyse und blieb dennoch in einem tiefen Kampfgeist ihrer Arbeit, ihrem Dienst treu. Im September 2018 nahm sie Abschied von dieser, ihrer geliebten Lebensaufgabe. Sie kam ins Mutterhaus zurück. Seither ließen ihre Kräfte stetig nach, nicht jedoch ihr Kampfgeist. Was ihr an Kräften zur Verfügung stand, setzte sie ein, vor allem blieb sie innerlich und äußerlich der Mission treu und gestaltete noch manchen Basar.

Wir danken Gott für das Geschenk ihrer Berufung, danken Schw. M. Paula für ihr Leben und Wirken über 65 Jahre in unserer Gemeinschaft, für ihren Dienst für die ihr anvertrauten Menschen, den sie mit großer Liebe und Hingabe lebte.

Bitten wir Gott in dieser Eucharistiefeier, dass er ihre Lebenshingabe annehme und ihr das Leben und die Freude in Fülle eröffne.                                      

Schw. M. Angela Benoit

 

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