„Wir wissen,
                                                                                                                             dass wir Gott ähnlich sein werden, wenn er kommt;
                                                                                                                            denn wir werden ihn sehen wie er ist.“  1 Joh 3,2b
 
 
 
 

friedhofskreuz salzkotten

 
 
Am 1. November 2018 wurde in Salzkotten
unsere liebe Mitschwester
 

Schwester M. Reinhilde

 

v. d. immerwährenden Hilfe
geb. Anna Justus
heimgerufen ins ewige Leben.
 

 

 

Zum Heimgang von Schwester M. Reinhilde Justus am 01.11.2018

„Wir wissen,
dass wir Gott ähnlich sein werden, wenn er kommt;
dann werden wir ihn sehen, wie er ist.“   
 

Dieser Text ist dem Totenbrief von Schw. M. Reinhilde vorangestellt.

Sie hat schon jetzt erfahren, wie Gott ist. Sie hat in ihrem Leben daran geglaubt, Gott ähnlich zu werden, wenn er kommt und er ist gekommen und hat Schw. M. Reinhilde zu sich geholt. Wir können auf ein langes Leben von Schw. M. Reinhilde zurückschauen. So einige Stationen wollen wir in diesem Nachruf nochmals festhalten.

Schw. M. Reinhilde wurde als Anna Justus am 12. Januar 1923 in Stukenbrock, Kreis Paderborn geboren. Sie war das zweite Kind der Familie von insgesamt 11 Kindern. So wuchs sie auf in einer bodenständigen, gut gläubigen Großfamilie. Sie besuchte die 8-jährige Volksschule in Stukenbrock. Anschließend blieb sie als Stütze der Mutter im elterlichen Haushalt und war hier im guten Sinne „Mädchen für alles“. So war sie all die Jahre bis zu ihrem Eintritt in unsere Gemeinschaft Stütze und Hilfe für ihre Eltern in der großen Familie. Gern hätte sie eine Berufsausbildung absolviert, aber das war ihr aus verschiedenen Gründen nicht möglich. Wahrscheinlich hatte sie in der Zwischenzeit Kontakt zu den Franziskanerinnen Salzkotten, denn am 8.September 1947 wurde sie in unsere Gemeinschaft aufgenommen. 1948 erhielt sie das Ordenskleid, legte 1950 die zeitliche und 1953 die ewige Profess ab. In diesen Jahren erlernte sie die Krankenpflege, die sie 1953 mit einem sehr guten Examen abschloss. Sie war gern und eine gute Krankenschwester. Ihre Einsatzorte waren die Krankenhäuser in Birkesdorf, Castrop-Rauxel, Hagen-Boele und Salzkotten. 1983 absolvierte sie die Ausbildung der Krankenhausseelsorge, die sie ein Jahr lang ausgeübt hat, und wurde dann mit dem Oberinnenamt betraut. Diese Aufgabe hatte sie im Annenstift in Twistringen und im Clara-Pfänder-Haus in Salzkotten. 1995 übernahm sie pastorale Dienste in unserem Altenheim St. Clara. Später war sie die Assistentin der Oberin dieses Konventes bis 2011. So war sie stets bereit, neue Aufgaben zu übernehmen. Inzwischen hatten ihre Kräfte nachgelassen, denn sie hatte das 88. Lebensjahr erreicht. Überall, wo Schw. M. Reinhilde wirkte, war sie eine wertgeschätzte Ordensfrau und Mitschwester sowohl im fachlichen Bereich als auch im menschlichen. Sie hatte stets ein gutes und offenes Herz für Sorgen und Nöte, für Jung und Alt. Sie war eine vorbildliche Ordensfrau in der Nachfolge des hl. Franziskus. An kleinen Dingen konnte sie sich freuen und bereitete auch gern Freude. Sehr wichtig war ihr das Gebet, in das sie alle ihr anvertrauten Menschen und Anliegen einschloss. Sie war an allem interessiert, nahm regen Anteil an allem, was um sie herum geschah. Sie pflegte regen Kontakt zu ihrer Familie, und so war es auch umgekehrt. Schw. M. Reinhilde konnte sich an so vielem erfreuen. Aber eine besondere Freude war es ihr, wenn sie mitfahren konnte im Auto und dann noch in fremde Länder wie z.B. nach Rumänien. Wie strahlte sie, als ihr dieses Angebot gemacht wurde. Es ist bekannt, dass sie schon in jungen Jahren gern gereist ist.

Schw. M. Reinhilde gehörte zur sogenannten 21er-Partie. Als mehrere von ihnen aus Altersgründen wieder im Mutterhaus oder nach St. Clara zurückgekommen waren, gründete sie die sogenannte Rosenkranzgruppe. Diese traf sich regelmäßig zum Beten, aber auch zu anderen Anlässen. In der letzten Zeit litt sie sehr darunter, dass ihr Augenlicht zunehmend schwächer wurde und sie nicht mehr lesen konnte. Wie gern hätte sie mit Lesen ihr umfassendes Wissen noch erweitert. Die nächste und große Einschränkung war ihre Gehbehinderung. Trotz dieser zunehmenden Schmerzen hat sie sich immer wieder auf den Weg gemacht in die Kirche und zu Besuch bei den Schwestern. Stets gab sie sich sehr diszipliniert und konsequent. Jeder konnte sich auf sie verlassen. Sie liebte die Gemeinschaft und nahm gerne an Angeboten zu Gesprächen, zum Austausch über Gott und die Welt und an Festlichkeiten teil. Sie selbst freute sich über jeden Besuch, konnte gut zuhören und nahm teil am Geschehen ringsum. Das Umsorgtsein von ihrer jüngeren Schwester, Schw. M. Annette, hat sie sehr dankbar angenommen. Durch ihre Hilfe konnte sie jeden Tag an den Gebetszeiten in der Kirche teilnehmen, vor allem an der Eucharistiefeier. Dort hatte sie im Rollstuhl ihren Platz. Dieser bleibt nun leer, aber sie hat einen besseren Platz im Himmel. Diesen erhielt sie am Fest Allerheiligen. Für uns kam ihr Tod überraschend schnell, da sie kaum bettlägerig war. Wir haben Schw. M. Reinhilde viel zu verdanken. Sie hat das franziskanische Leben, das Gemeinschaftsleben geliebt und es mitgestaltet. Wir werden sie dankbar in Erinnerung behalten. Zu erwähnen ist noch ihre poetische Fähigkeit. Wiederholt hat sie Ereignisse oder Erinnerungen in dichterischer Form festgehalten und vorgetragen und damit zur Freude aller beigetragen.

„Danke“ sagen wir für alles, was sie für uns, für die Gemeinschaft getan hat. Dankbar lassen wir sie ruhen in Gottes heiligem Frieden. Dankbar wollen wir ihrer gedenken, besonders jetzt in der Eucharistiefeier.

„Wir wissen,
dass wir Gott ähnlich werden, wenn er kommt;
denn wir werden ihn sehen, wie er ist.“     

So glauben, ja wissen wir, dass Schw. M. Reinhilde jetzt vom Glauben zum Schauen gekommen ist.

                                                                                      

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