„Die Freude am Herrn ist unsere Kraft“
(vgl. Neh 8,10)

 

                                                            Am 9. März 2017 wurde in Salzkotten

unsere liebe Mitschwester
 

 

friedhofskreuz salzkotten

 

         Schwester M. Katharina

                                             vom heiligsten Herzen Jesu

 

 

                                                                                       

geb. Hannelore Anna Heimeier
heimgerufen ins ewige Leben.
 
 

 

                            Nachruf Schw. M. Katharina Heimeier                                    

Es ist für uns alle noch unfassbar, dass Schw. M. Katharina nicht mehr unter uns Lebenden weilt. So plötzlich und unerwartet wurde sie heimgerufen von Gott. Hier wird der Satz wieder Wirklichkeit: Niemand kennt weder den Tag noch die Stunde. Das heißt, dass jede und jeder von uns stets auf diese Stunde vorbereitet sein soll. Ganz betroffen mussten wir am Abend des 9. März 2017 wahrnehmen, dass ein Herzinfarkt den plötzlichen Tod von Schw. M. Katharina herbeigeführt hatte. Aufgrund eines Unwohlseins hatte sie sich schon zeitig zurückgezogen. Schw. M. Amaltud, die immer unsere erkrankten Schwestern betreut, brachte ihr das gewünschte Getränk und fand sie leblos. Der Notarzt konnte nur noch den Tod feststellen.
Schw. M. Katharina war eine liebenswerte Mitschwester, und so werden wir sie dankbar in Erinnerung behalten.
Geboren wurde sie am 9. Mai 1951 in Berlin-Neukölln. Im Kleinkindalter wurde sie vom Ehepaar Heimeier adoptiert. Von 1958 bis 1962 besuchte sie die Volksschule und anschließend bis 1968 das neusprachliche Mädchengymnasium mit Frauenoberschule in Düsseldorf-Kaiserswerth und erlangte mit diesem Schulabschluss die Mittlere Reife. Sie war wohl sehr auf der Suche nach einem Beruf, der ihren Fähigkeiten entsprach. So war sie zunächst in verschiedenen Berufszweigen tätig bis 1973. Dann absolvierte sie ein vorbereitendes Praktikum zur Altenpflegeausbildung. Einen Ausbildungsplatz erhielt sie 1973 bei der Caritas in Dortmund. Nach dem Ausbildungsjahr folgte ihr Anerkennungsjahr, und 1976 erhielt sie die staatliche Anerkennung als Altenpflegerin.
Damit hat sie in Altenhilfeeinrichtungen einen Arbeitsplatz erhalten. In ihrem Zeugnis wird zum Ausdruck gebracht, dass sie gerade den alten Menschen zugetan war und sie liebevoll pflegte.
In diesen Jahren reifte in ihr der Entschluss, als Ordensfrau zu leben und dem Herrn zu dienen. Sie folgte ihrer Berufung in das Klarissenkloster in Düsseldorf. Dort wurde sie 1979 aufgenommen und eingekleidet, legte 1981 die zeitliche und 1985 die ewige Profess ab. In diesem Konvent lebte sie bis 1999. Dann kam eine große Wende sowohl für das Klarissenkloster als auch für Schw. M. Katharina. In einem Brief der Äbtissin steht geschrieben:
„Da unsere Schwestern aus Alters- und Krankheitsgründen das Kloster nicht halten können und in ein anderes Klarissenkloster übersiedeln, will Schw. M. Katharina zu den Franziskanerinnen in Salzkotten übertreten.“
Damit kam der Stein ins Rollen und Schw. M. Katharina bat um die Aufnahme in unsere Gemeinschaft, die sie zuvor durch einige Schwestern kennen gelernt hatte. Da solch ein Übertritt aber nicht so einfach zu tätigen ist, forderte es erst einmal viele Gespräche mit der Föderation der Klarissen, dem Bischofsvikar der Diözese Köln, mit der derzeitigen Provinzoberin unserer Gemeinschaft und der Generaloberin. Als alle Schritte getan und Formalitäten eingeholt waren, die Zusage zum Übertritt erteilt wurde, konnte Schw. M. Katharina zum 01.04.2000 in unsere Gemeinschaft aufgenommen werden. Jede von uns Schwestern erhält bei der Einkleidung einen Titel. Schw. M. Katharina wählte den Titel „vom Heiligsten Herzen Jesu“. Nun musste sie die vorgeschriebene dreijährige Probezeit durchlaufen und sich bewähren vom beschaulichen zum sozial tätigen Ordensleben.
Nach dieser Probezeit bat sie um die endgültige Aufnahme und legte im April 2003 ihre ewige Profess auf unsere Gemeinschaft ab.
Ab 2002 war Schw. M. Katharina in unserer Altenhilfeeinrichtung in Marialinden eingesetzt, zunächst in einer Pflegestation und später, nachdem sie die Fortbildung zum „Sozialen/ Begleitenden Dienst“, besonders für demenzerkrankte Menschen, absolviert hatte, war sie in diesem Bereich tätig.
In verschiedenen Zeugnissen steht geschrieben, dass Schw. M. Katharina gern mit alten Menschen gearbeitet hat und sehr liebevoll die Demenzerkrankten begleitete und sie kreativ beschäftigte. Nach einem Unfall in der Einrichtung 2016 musste sie für einige Monate in stationäre Behandlung mit operativem Eingriff. Nachdem sie nach vielen Monaten wieder einsatzfähig war, allerdings mit einigen Einschränkungen, konnte sie nicht mehr in die Einrichtung zurück. Also blieb sie im Mutterhaus und übernahm verschiedene Aufgaben, die sie gern erfüllte.
Schw. M. Katharina hat sich schnell in den Mutterhauskonvent eingelebt und sie freute sich, sich mit ihren Fähigkeiten einsetzen zu können. Gern versah sie den Dienst in der Telefonzentrale, arbeitete mit im Sozialen Dienst in St. Clara und dann konnte sie wunder-bar die Orgel spielen. Ihr zuzuhören und mitzusingen war etwas Schönes. Ihre musikalischen Fähigkeiten brachte sie vor allem in der Liturgie zum Ausdruck. Sie hatte ein Gespür für die Orgel, wie sie zu spielen war, und für die entsprechenden Gesänge. Sie hat mit Liebe und sehr ein-fühlsam gespielt, so dass jeder eingeladen war, mitzusingen, sich hineinnehmen zu lassen. Schw. M. Katharina war kontaktfreudig und knüpfte gern Kontakte. Sie hat keine Familienangehörige, aber doch viele Bekannte aus den verschiedensten Begegnungen, sei es aus Arbeitsbereichen, Urlauben oder Ausbildungszeiten. Zu allen hielt sie auch Kontakt. Sie war eine liebevolle Mitschwester, sie betete und meditierte gern. Jederzeit konnte man sie für viele kleine Dienste ansprechen und diese übernahm sie gern.
 
Nun ist sie nicht mehr persönlich unter uns, sie wird uns sehr fehlen als unsere Mitschwester. Sie hatte auch schon einige Vorüberlegungen für die musikalische Unterstützung in den Liturgiefeiern während unseres Provinzkapitels getroffen, aber Gott hat es anders gewollt. Wir danken ihr für ihre schwesterliches Mit-uns-sein, für ihr franziskanisches Leben.
Sie kann nun die Herrlichkeit des Himmels schauen. Gott möge ihr die ewige Freude schenken und zu seiner Anschauung gelangen lassen.
Dafür beten wir nun in der Eucharistiefeier.
Schwester M. Hildegarde Voß
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