Kongregationsweite Beteiligung-August 2018

FCJM-Solidaritätshandzettel

6. und 9. August— Weltgedenktage des Atombombenabwurfs auf Hiroshima und Nagasaki

World Remembrance of Hiroshima and NagasakiAm 6. und 9. August 1945 erlebte die Menschheit ein Ausmaß an zerstörerischer, vom Menschen ausgeübte Gewalt, die alle internationalen Beziehungen für immer veränderte. Die Angst vor der "gegenseitigen Zerstörung" (MAD) motivierte Atommächte wie Russland und die USA, einen neuen Atomkrieg zu vermeiden. Aber wahrer Friede kann nicht auf Angst basieren. Nur durch den Aufbau von Beziehungen und der Achtung der Menschenwürde und der Anerkennung der Vielfalt der Nationen und Völker kann wahrer Frieden erreicht werden. Wir müssen um Verständnis und Gerechtigkeit unter den Menschen aller Nationen, Religionen und Kulturen ringen, damit die Waffen des Krieges schweigen und der Gebrauch und sogar die Existenz von Atomwaffen beseitigt werden. Dies ist eine der drängendsten moralischen Herausforderungen unserer Zeit.

Gott, wende unser Herz von Angst, Misstrauen und gegenseitigem Hass ab und lass uns nach Frieden streben, die in der Gerechtigkeit begründet ist. Vergib uns die Sünde des Götzendienstes, wenn wir zum Erhalt unserer Sicherheit mehr auf unmoralische Atomwaffen, als der Kraft der Göttlichen Liebe vertrauen. Öffne unsere Herzen für alle Menschen auf der ganzen Welt, damit dein wahrer Friede, der auf Liebe, Respekt, Gerechtigkeit und Solidarität aufbaut, die völlige Beseitigung von Atomwaffen, Krieg und Gewalt ermöglicht.

11. August —Fest der hl. Klara von Assisi

Feast of St. Clare of AssisiDie hl. Klara wurde am 16. Juli 1194 als Chiara Offreduccio von dem Grafen Favarone di Offreduccio von Sasol-Rosso und seiner Frau Ortolana, in Assisi geboren. Trotz ihrer adeligen Geburt, hatte Klara schon früh ein großzügiges Herz für die Armen. Vom hl. Franziskus inspiriert, folgte sie Christus in radikaler Armut nach. Auf ihren Reichtum verzichtend, schloss sie sich Franziskus und seinen Gefährten an und wurde seine engste Vertraute. Gemeinsam gründeten sie die Gemeinschaften der franziskanischen Familie. Die Männer, die sich dem hl. Franziskus anschlossen, wurden eine Gemeinschaft von Minderbrüdern, und die Frauen, die sich der hl. Klara anschlossen, wurden als die "armen Frauen von San Damiano" bekannt. Die hl. Klara lebte dort mit ihren Schwestern, außerhalb der sicheren Mauern von Assisi zusammen mit den Armen. Auf Grund der kirchlichen Klausurvorschriften durften die hl. Klara und ihre Schwestern zur Pflege der Kranken und Sterbenden das Kloster nicht verlassen. Stattdessen wurden die Bedürftigen nach San Damiano gebracht, dort erhielten sie Pflege, Heilung und den Rat der hl. Klara. Franziskus selbst traf sich häufig mit Schwester Klara und suchte ihren Rat. Ihre Hingabe zu einem armen Leben, die gemeinsame Sorge um die Schöpfung und ihr Engagement für die Gewaltlosigkeit um des Evangeliums willen, hat die Kirche und die Welt für immer verändert. Seit mehr als 800 Jahren leben viele Männer und Frauen nach ihrem Vorbild in der franziskanischen Ordensfamilie.

Gott, wir danken dir für das inspirierende Leben der hl. Klara. Ihre Weisheit und ihr Mut sind uns Ansporn, unsere Herzen für die Botschaft des Evangeliums zu öffnen. Wir bitten dich, schenke uns ein weites Herz, so dass wir, wie die hl. Klara, das Evangelium leben, uns den Armen und Unterdrückten zuwenden, die Schöpfung erhalten und ein Leben in Einfachheit und Brüderlichkeit führen.

19. August—Welttag der humanitären Hilfe

World Humanitarian DayDieser weltweite Tag ehrt Tausende von Freiwilligen, die auf der ganzen Welt Menschen beistehen, die dringend Hilfe benötigen. Aufgrund von Naturkatastrophen, wie Überschwemmungen und Erdbeben, oder aufgrund gewaltsamer Konflikte, wie Krieg oder Völkermord, arbeiten diese Freiwilligen oft unter extrem gefährlichen Bedingungen. Dieser Tag ehrt all diejenigen, die sich in ihren Herzen vom Leid anderer berühren lassen und aktiv werden. Inmitten des Leidens arbeiten sie mit Mitgefühl und Empathie und sind bereit, sich selbst in Gefahr zu bringen, um auf jede erdenkliche Weise zu helfen. Jeden Tag riskieren Helfer in Somalia den Tod, um den Menschen, die in diesem Land unter einem jahrzehntelangen Bürgerkrieg leiden, Nahrung und Medikamente zu bringen. Helfer in Guatemala arbeiten in der Nähe eines kürzlich ausgebrochenen Vulkans und retteten dort Menschen, die im Ascheregen und eingestürzten Gebäuden eingeschlossen waren. Ein Mitglied eines internationalen Rettungsdienstes starb und ein weiterer wurde bei dem Versuch verletzt ,12 Jungen und ihren Fußballtrainer aus einer überfluteten Höhle in Thailand zu retten. Diese und viele, viele weitere Freiwillige erinnern uns, dass der humanitäre Geist der Mitmenschlichkeit uns alle über Länder und Kontinente hinweg miteinander verbindet und uns veranlasst, zu helfen, wenn wir Menschen in Not sehen. Mögen wir alles Erdenkliche tun, menschliches Leid zu lindern, wo immer wir es antreffen.

Wir beten für alle Menschen, die unter Ungerechtigkeit, Gewalt, Naturkatastrophen und  Hoffnungslosigkeit leiden. Wir beten für diejenigen, die oft unter großen Gefahren für sich selbst, jeden  Tag daran arbeiten, dieses Leid zu lindern. Möge wir unsere Herzen öffnen und Wege finden, das Leiden anderer zu lindern und unsere Welt durch die Kraft der gegenseitigen Liebe zu verändern.

 

23. August—Internationaler Tag der Erinnerung an den Sklavenhandel und dessen Abschaffung

International Day for Remembrance of the Slave Trade and its AbolitionDieses Datum ist so bedeutsam, da in der Nacht vom 22. auf den 23. August 1791 auf der Insel Santo Domingo, der heutigen dominikanischen Republik und Haiti, ein Aufstand gegen die französische Kolonialherrschaft begann, der wesentlich zur Abschaffung des transatlantischen Sklavenhandels beigetragen hat. Das alles begann 1791 und endete 1804 mit der Unabhängigkeit der ehemaligen Kolonie. Es war der einzige Sklavenaufstand der Geschichte, der zu der Gründung eines Staates führte, der nun frei von Sklaverei war und von Nichtweißen, ehemaligen Gefangenen regiert wurde. Dies gilt bis heute als ein entscheidendes Ereignis in der Geschichte des Rassismus der atlantischen Welt. Der Tag erinnert uns an den Willen zur Freiheit, der jedem menschlichen Geist innewohnt. Wir gedenken der Leiden derer, die aus ihren Heimatländern vertrieben und die Gefahren der Atlantiküberquerung ertragen mussten. Die Abschaffung der Sklaverei in Haiti hat die weltweite Sklaverei leider nicht beendet. In vielen Ländern der Erde leiden die Menschen immer noch unter Zwangsprostitution oder Zwangsarbeit. Durch Menschenhandel und moderne Formen der Sklaverei, bereichern sich weiterhin einige wenige und verursachen auf Kosten vieler armer Menschen unendliches Leid. Mögen wir uns an diesem Tag wieder der Beendigung der Sklaverei in all ihren Formen widmen. Lasst uns jedem Menschen mit Respekt begegnen und uns für die Menschenwürde aller einsetzen, damit Freiheit und Liebe in unserer Welt gedeihen können.

Großer Gott, möge unsere Liebe und unser Respekt für alle Menschen jeden Tag weiter wachsen. Tröste diejenigen, die in Unfreiheit leben. Öffne unsere Augen für jegliche Form von Menschenhandel und hilf uns mutig dagegen aufzustehen, wann immer wir dem gewahr werden. Hilf uns, in unserer Arbeit, den Opfern von Gewalt und Sklaverei unermüdlich beizustehen und ihnen ein Leben in Freiheit zu ermöglichen. Hilf uns, dich in jeder leidenden Person, die uns begegnet, zu erkennen.

26. August—Tag der Gleichstellung von Frauen

Womens Equality DayIn den Vereinigten Staaten erhielten Frauen das Wahlrecht am 26. August 1920, als der 19. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten nach 72 Jahren des Kampfes unterzeichnet wurde. Mit einer Resolution führte die Kongressabgeordnete Bella Abzug 1971 den 26. August zum Gedenktag der Gleichberechtigung der Frauen ein. In vielen Teilen der Welt, wie leider auch in den USA, werden Frauen in vielerlei Hinsicht immer noch als Bürger zweiter Klasse behandelt. Frauen verdienen weniger bei gleicher Arbeit, als ihre männlichen Kollegen. Mädchen dürfen nicht zur Schule gehen, da die Ausbildung von Jungen bevorzugt wird. Frauen können und dürfen in vielen Ländern häufig kein Auto fahren, keinen Vertrag unterzeichnen, nicht außerhalb des Hauses arbeiten oder politisch aktiv werden. In den Nachhaltigkeitszielen der UN von 2015 heißt es im Ziel Nr. 5: Wir wollen die Gleichberechtigung aller Frauen und Mädchen erreichen und stärken. Die anderen Nachhaltigkeitsziele können nicht erreicht werden, solange Frauen und Mädchen nicht als vollwertige und gleichberechtigte Partnerinnen behandelt werden.

Gott, wir beten, dass Frauen und Mädchen auf der ganzen Welt mit Respekt und gleichberechtigt behandelt werden und jedwede Möglichkeit erhalten, ihre Talente und Gaben zu entfalten. Mögen alle Frauen die Menschenrechte zuteilwerden, so, dass "Frauenrechte Menschenrechte und Menschenrechte ein für alle Mal Frauenrechte sind." (Hilary Rodham-Clinton in Peking, 1995) Hilf uns, alle Frauen zu stärken, damit wir gemeinsam an der Zukunft unserer Welt bauen können.

29. August—Internationaler Tag gegen den Einsatz von Atomtests

International Day Against Nuclear TestsAtomwaffen sind zur Geißel unserer modernen Welt geworden. Mit ihnen werden Länder eingeschüchtert und sie bedrohen den Globus mit Vernichtung und kontaminieren die Erde mit Strahlung. Ihre Entwicklung hat weiterhin die Ressourcen vieler Nationen verbraucht und von der friedlichen, persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Entwicklung, der Gesundheitsversorgung, der Bildung und von der Sorge um die Erde abgelenkt. Diese Kriegswaffen haben das Potential, unseren Planeten zu zerstören, was nicht nur ihren Gebrauch, sondern auch ihre Herstellung und ihren Besitz unmoralisch macht. Es ist höchste Zeit, ein totales Atomwaffenverbot zu fordern. Am 7. Juli 2017 wurde der Vertrag über das Verbot von Atomwaffen (TPNW) von den Vereinten Nationen angenommen. Seither haben wir große Fortschritte in Richtung der Durchsetzung eines Atomwaffenverbotes gemacht. Aber es gibt noch viel zu tun.

Gott, wir bitten dich, befreie die Menschheit von Gewalt und Massenvernichtungswaffen und lenke unsere Bemühungen, die Hungrigen zu ernähren, die Nackten zu kleiden und den Hoffnungslosen Hoffnung zu geben und der friedlich in der Welt zu leben. Verwandle unsere Herzen, so, dass wir uns dich und deine Liebe anvertrauen, anstatt auf den vermeintlichen Schutz durch Atomwaffenbesitz zu bauen. Mögen wir unsere Kräfte dazu nutzen, für die Bedürfnisse der Notleidenden einzutreten und Atomwaffen für immer ablehnen.

30. August—Internationaler Tag der Verschwundenen

International Day of Victims of Enforced DisappearancesGeheimes Verschwindenlassen ist eine klare Verletzung der Menschenrechte und wird von den Vereinten Nationen hart verurteilt. Dieses Verschwindenlassen wird als Mittel zur Einschüchterung eingesetzt, nicht nur für die Opfer selbst, sondern auch für ihre Familien und Freunde. Die Opfer werden gefoltert und viele werden schließlich getötet. Familien stehen vor der quälenden Frage, was mit ihren Lieben passiert ist, und wo sie sich befinden. Oft werden Drohungen zurückgelassen, so dass die Familie und Freunde unter Druck geraten und die Wünsche der Täter erfüllen. Solche Taktiken werden von Regierungen gegen ihr eigenes Volk eingesetzt, damit sich die Bürger unterwerfen und ihr Protest zum Schweigen gebracht wird. Die Vereinten Nationen unterstützen eindeutig das Recht der Bürger, die gegen sie erhobenen Anklagen zu kennen und ihr Recht auf ein gerechtes Gerichtsverfahren. Die UN verurteilt jedwede Anwendung von Folter. Es ist ein Gebot der Menschenwürde zu wissen, wo geliebte Menschen inhaftiert sind und dass sie mit Respekt behandelt werden. In vielen Ländern der Welt gibt es leider weiterhin Fälle von Verschwindenlassen. Besonders besorgniserregend ist:

• die anhaltende Schikanierung von Menschenrechtsverteidigern, Angehörigen von Opfern, Zeugen und Rechtsbeistände, die sich mit Fällen des Verschwindenlassens befassen;

• die Verwendung von Antiterror-Aktivitäten durch einige Staaten, die als Vorwand für die Verletzung ihrer Verpflichtungen genutzt wird;

• und die immer noch weit verbreitete Straffreiheit für das Verschwindenlassen.

Am 21. Dezember 2010 äußerte die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit ihrer Resolution 65/209 ihre tiefe Besorgnis über die Zunahme des erzwungenen oder unfreiwilligen Verschwindenlassens in verschiedenen Regionen der Welt, einschließlich der Festnahmen, Inhaftierungen und Entführungen, wenn dieses Teil der Zwangsvollstreckung ist. Das Verschwindenlassen und die wachsende Zahl von Berichten über Belästigungen, Misshandlungen und Einschüchterungen von Zeugen von Verschwundenen oder Angehörigen von verschwundenen Personen bereitet große Sorgen.

Mit derselben Resolution begrüßte die UN die Annahme des Internationalen Übereinkommens zum Schutz aller Personen vor dem Verschwindenlassen und beschloss, den 30. August zum Internationalen Tag der Verschwundenen zu erklären.

Lasst uns für alle Opfer des Verschwindens und für ihre Familien und ihre Freunde beten. Mögen wir alle unsere Stimme in Solidarität mit ihnen erheben, um ein Ende staatlich geförderter geheimer Verhaftungen, Folter, Einschüchterung und Terrorismus zu fordern. Mögen alle, die um ihre Angehörigen trauern, getröstet und gestärkt werden. Mögen wir alle, die an die angeborene Würde der menschlichen Person glauben, alles tun, um Menschenrechte zu schützen, Gefangene, die im Verborgenen und ohne Anklage festgehalten werden zu befreien und an einer gerechteren Welt mitarbeiten, in der jeder Mensch respektiert wird.

 

 

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