Internationale Tage der Solidarität—September 2021

Flyer

  1. September —Weltgebetstag der Schöpfung

Laudato Si 21Mit dem 1. September, dem Weltgebetstag für die Schöpfung, beginnt die 6. jährliche, weltweit gefeierte Season der Schöpfung (SOC). Auf der ganzen Welt endet diese Schöpfungszeit am 4. Oktober mit dem Fest des Heiligen Franziskus, dem Schutzpatron der Ökologie. In diesem Jahr steht die SOC unter dem Motto "Ein Zuhause für alle - Erneuerung der geliebten Lebensgemeinschaft Gottes". Zu Beginn dieser besonderen Gebetszeit möchten wir über unser gemeinsames Zuhause nachdenken. Ist die Schöpfungsgemeinschaft wirklich ein Zuhause für alle? Ein Zuhause ist ein Ort des Willkommens. Heißen wir alle willkommen, unabhängig von Rasse, Nation, Religion, ethnischer Zugehörigkeit, sexueller Orientierung, politischer Einstellung usw.? Behandeln wir die Schöpfung mit Respekt, nicht nur als unser Zuhause, sondern als Heimat für alle Geschöpfe, ob groß oder klein, ob unbelebt oder lebendig, ob im Wasser, in der Luft, auf dem Land oder sogar im Weltraum? Vergegenwärtigen wir uns im Gebet, dass jedes Element der Schöpfung die göttliche Gegenwart auf einzigartige und wertvolle Weise widerspiegelt? Heute sollten wir unsere Verbundenheit mit unserem Schöpfer und der gesamten Schöpfung durch Feiern, Umkehr und Hingabe erneuern. Im Lichte dieser Überlegungen ermutigen wir zu Initiativen zur Bewusstseinsbildung und zur Änderung unseres Lebensstils zum Schutz der Natur und um die Krise des Klimawandels zu bewältigen. Wenn wir die geliebte Gemeinde Gottes erneuern und wiederherstellen wollen, können wir dieses nur durch ein Leben in rechter Beziehung zur gesamten Schöpfung tun. Unsere Zukunft ist untrennbar miteinander und mit der Erde selbst verbunden. Lasst uns gemeinsam die geliebte Gemeinde Gottes erneuern.

Gott, wir loben und danken dir für das wunderbare Geschenk der Schöpfung, durch die du deine Schönheit und Liebe offenbarst. Wir sehen, dass der Planet Erde nicht nur unsere Heimat ist, sondern auch Heimat der zahllosen Geschöpfe, die auf ihm leben. Wir preisen dich für die wunderbare Vielfalt, die uns bereichert, uns ernährt und uns zu Ehrfurcht und Dankbarkeit bewegt. Hilf uns, die geliebte Lebensgemeinschaft zu erneuern, die alle Geschöpfe einlädt und respektiert, und so in einem Haus zu leben, das allen offensteht. Laudato Si - Gepriesen seist Du!

 

8. September — Welttag der Alphabetisierung

Schüler in Santarem

Literacy 21Der Weltalphabetisierungstag ist allen Kindern der Welt gewidmet und soll das Bewusstsein wecken, dass alle Kinder ein Recht auf Grundbildung haben und Lesen und Schreiben lernen dürfen, um ihre Fähigkeiten zum Wohle der Allgemeinheit voll entfalten zu können.   Das diesjährige Thema lautet: "Alphabetisierung für einen menschenorientierten Neuanfang: Überwindung der digitalen Kluft". Das Ziel Nr. 4 der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung bestätigt, dass die Alphabetisierung eine wesentliche Voraussetzung für die Beseitigung der weltweiten Armut ist. Die Covid-19-Pandemie hat weltweit Lern- und Alphabetisierungsprogramme in einem noch nie dagewesenen Ausmaß unterbrochen. Zwar konnten einige Erwachsene und Kinder dank des Fernunterrichts weiterhin Lernfortschritte erzielen, doch der Zugang zu diesen Lernmöglichkeiten war nicht gleichermaßen verteilt. Die anhaltende digitale Kluft in Bezug auf Vernetzung, Infrastruktur und die Fähigkeit, mit Technologie umzugehen, sowie Unterschiede bei anderen Dienstleistungen wie dem Zugang zu Strom haben die Lernmöglichkeiten stark eingeschränkt. Abgesehen von ihrer eigentlichen Bedeutung als Teil des Rechts auf Bildung stärkt die Alphabetisierung den Einzelnen und verbessert die je eigenen Lebensbedingungen. Die Alphabetisierung kann dazu beitragen, eine solide Grundlage für einen auf den Menschen ausgerichteten Neuanfang zu schaffen, wobei der Schwerpunkt auf dem Zusammenspiel von Lese- und Schreibkenntnissen und den digitalen Fähigkeiten liegen sollte. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass technologiegestütztes Alphabetisierungslernen integrativ gestaltet wird und niemanden außen vor lässt. Auf diese Weise können alle gemeinsam an einem Wiederaufbau arbeiten, der den Menschen und die Schöpfung in den Mittelpunkt stellt.

Wir preisen dich, Gott, für das wunderbare Geschenk der Alphabetisierung. Wir begreifen, wie sehr unsere tägliche Fähigkeit zum Gemeinwohl beizutragen, ein solides Fundament an Bildung voraussetzt. Wir danken dir für all die engagierten Lehrerinnen und Lehrer, die in jedem Winkel der Erde die Alphabetisierung vorantreiben. Hilf uns dazu beizutragen, dass Kinder und Erwachsene überall Lesen und Schreiben lernen können, so dass jeder Mensch seine Fähigkeiten voll entfalten und entwickeln kann. Hilf uns, kreativ auf die Probleme zu antworten, die das Lernen aus der Ferne behindern.

 

10. September — Welttag der Suizidprävention

Suicide 21Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation nimmt sich alle 40 Sekunden jemand das Leben. Selbstmord ist die häufigste Todesursache bei Menschen im Alter von 15-29 Jahren. Dies ist eine erschütternde Statistik, wenn man nicht nur den persönlichen Verlust bedenkt, den dies bedeutet, sondern auch das überwältigende Gefühl des Verlustes, das Familienmitglieder, Kollegen, Freunde, Teamkollegen und Bekannte erleiden. Der Welttag der Suizidprävention 2021 steht unter dem Motto "Hoffnung schaffen durch Handeln". Durch die Sensibilisierung für dieses Thema, den Abbau der Stigmatisierung von Selbstmord und die Förderung guter Informationen können wir die Zahl der Selbstmorde weltweit verringern. Eine wichtige Maßnahme, wenn jemand Selbstmordgedanken äußert oder einen Selbstmordversuch unternimmt, besteht darin, zu signalisieren, dass man sich um ihn sorgt. Ein Faktor, der zu vielen Selbstmorden beiträgt, ist der Glaube, dass sich niemand kümmert und, dass das eigene Leben nur eine Belastung für alle ist. Keine Geste der Fürsorge oder Freundlichkeit ist zu gering. Eine weitere gute Option ist der Versuch, das Stigma des Suizids zu überwinden. Menschen, die Selbstmordgedanken äußern, zu ermutigen, Hilfe zu suchen, und sie dabei zu unterstützen, kann Leben retten. Das Erzählen der positiven Hilfserfahrungen der Menschen, die mit Selbstmord konfrontiert waren, kann andere dazu motivieren, Hilfe zu suchen. Persönliche Geschichten über die Erlebnisse mit erheblicher emotionaler Belastung, Selbstmordgedanken oder -versuchen und ihre Genesungserfahrungen können anderen Hoffnung schenken, dass auch sie die Phase der Belastung oder Krise überwinden können.

Herr, wir beten für alle einsamen, hoffnungslosen und leidenden Menschen, die das Gefühl haben, dass es für sie keinen anderen Ausweg als den Selbstmord gibt. Öffne unsere Herzen und die Herzen ihrer Lieben und gib uns den Mut, ihnen die Hand zu reichen und sie zu unterstützen. Hilf uns, ihnen professionelle Hilfe zukommen zu lassen, und unterstütze uns in unseren Bemühungen, den Leidenden Heilung und den Trauernden Trost zu spenden. Segne die Hoffnungslosen mit Hoffnung, die in der Dunkelheit Lebenden mit Licht und uns alle mit dem Trost deiner Liebe.

 

16. September — Internationaler Tag zur Erhaltung der Ozonschicht

Ozon 21Die Ozonschicht, ein zerbrechliches Gasschild, schützt die Erde vor dem schädlichen Anteil der Sonnenstrahlen und trägt so zur Erhaltung des Lebens auf unserem Planeten bei. In der Vergangenheit waren die weltweiten Bemühungen Stoffe zu verbieten, die nachweislich die Ozonschicht der Erde langsam zerstörten und zu einem starken Anstieg der Hautkrebserkrankungen (insbesondere der tödlichsten Form, dem Melanom) geführt hatten, sehr erfolgreich. Diese Bemühungen haben bewirkt, dass sich die Ozonschicht langsam wieder erholt. Große Löcher, die sich sowohl über der nördlichen als auch über der südlichen Hemisphäre auftaten, begannen sich zu schließen. Da der Klimawandel unseren Planeten weiterhin überhitzt, die Wetterverhältnisse verändert und die biologische Vielfalt bedroht, zeigt uns die Erhaltung der Ozonschicht, dass Veränderungen im menschlichen Handeln etwas bewirken können. In diesem Jahr feiern wir das 35-jährige Bestehen des Wiener Übereinkommens und die 35 Jahre weltweiten Schutz der Ozonschicht. Das Leben auf der Erde wäre ohne Sonnenlicht nicht möglich. Ohne die Ozonschicht wäre die von der Sonne ausgestrahlte Energie jedoch zu groß für das Leben auf der Erde. Diese stratosphärische Ozonschicht schützt die Erde vor einem Großteil der schädlichen ultravioletten Strahlung der Sonne. Das Sonnenlicht macht das Leben möglich, aber die Ozonschicht macht das Leben, wie wir es kennen, erst lebensfähig.

Schöpfergott, wir danken dir für das Geschenk der Erde, unserem gemeinsamen Zuhause. Wir danken dir auch für die Unterstützung unserer erfolgreichen Bemühungen zum Schutz der Ozonschicht, die unseren Planeten abschirmt. Wir wissen, dass wir noch so viel mehr tun müssen. Da der Klimawandel unsere Erde bedroht, hilf uns und den nationalen und internationalen Verantwortlichen, die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, dem globalen Klimawandel entgegenzuwirken. Hilf uns, die Botschaft von Laudato Si zu Herzen zu nehmen und eine blühende Zukunft aufzubauen, die wirklich die gesamte Schöpfung schützt und bewahrt.

 

21. September— Weltfriedenstag

Peaceday 21Die Tragödie, die sich in Afghanistan abspielt, zeigt einmal mehr die Sinnlosigkeit des Krieges. Nach 20 Jahren, in denen die USA und ihre Koalitionstruppen in diesem Land Krieg geführt haben, und nach vielen Toten und unsäglichem Leid haben das Ende des Krieges und der Abzug der ausländischen Truppen zu einem Chaos geführt und den Taliban das Kommando überlassen, genau wie sie es vor dem Krieg innehatten. Wie Papst Franziskus in Absatz 233 von Fratelli Tutti sagt: "Frieden ist nicht nur die Abwesenheit von Krieg, sondern ein unermüdlicher Einsatz ... für die Anerkennung, den Schutz und die konkrete Wiederherstellung der Würde aller unserer Brüder und Schwestern ..., die die Hauptakteure des Schicksals ihrer Nation sind." Weiter erklärt der Papst in Absatz 226: "Eine erneuerte Begegnung bedeutet nicht die Rückkehr zu einer Zeit vor den Konflikten... Schmerz und Konflikt verwandeln uns .... Diejenigen, die einst Feinde waren, müssen sich mit der nackten und klaren Wahrheit auseinandersetzen. Sie müssen lernen, ein bußfertiges Gedächtnis zu kultivieren, eines, das die Vergangenheit akzeptieren kann.... Nur wenn sie sich auf die historische Wahrheit der Ereignisse stützen, werden sie in der Lage sein, sich umfassend und beharrlich um gegenseitiges Verständnis zu bemühen und eine neue Gesamtschau zum Wohle aller anzustreben." Der Weg zu echtem und dauerhaftem Frieden besteht darin, die Menschen dazu zu bringen, gemeinsam, Seite an Seite, Ziele zu verfolgen, die allen zugutekommen. Die Erinnerung an und die Anerkennung von Schmerz und Leid, die durch Konflikte verursacht wurden, ist der erste Schritt zum Wiederaufbau von Leben, Gemeinschaften und Ländern. Krieg und Gewalt verursachen nur noch mehr Leid und Ungerechtigkeit für den Einzelnen und die Gesellschaft. Dialog, Wahrheitsfindung, Vergebung und Versöhnung können die Gerechtigkeit wiederherstellen und es denen, die einst Feinde waren, ermöglichen, für das Gemeinwohl zusammenzuarbeiten und so Frieden zu schaffen.

Herr, an diesem besonderen internationalen Friedenstag beten wir, dass die Menschen ihre Waffen niederlegen und dass der Gesang der Vögel wieder an die Stelle der ohrenbetäubenden Lärmkulisse von Explosionen und Schüssen tritt. Wir beten um Verständnis, Einfühlungsvermögen, offenen Dialog und ehrliche Wahrheitsfindung, damit wir uns gegenseitig die Hände reichen, um eine friedlichere Welt zu schaffen. Mögen gewaltlose Friedensstifter unsere verehrten Helden werden, die uns mutig auf den Weg des Friedens begleiten.

 

18. – 26. September— Internationale Woche der Vereinten Nationen für die Ziele einer nachhaltigen Entwicklung

25. September — 6. Jahrestag der Vereinten Nationen zu den Zielen für eine nachhaltige Entwicklung

Globalgoals 2020Am 25. September 2015 wurden in den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG) 17 Ziele festgelegt, die bis zum Jahr 2030 erreicht werden müssen, um weltweit die extreme Armut zu beseitigen, Ungerechtigkeiten zu beenden und den Klimawandel zu verringern. Während die Länder nach der Covid-19-Pandemie auf den Wiederaufbau ihrer Wirtschaft und Gesellschaft blicken, fordern viele Menschen, dass sie "besser wieder aufgebaut" wird. Angesichts der Klimakrise, die in trockenen Gebieten zu verheerenden Bränden und in anderen Gebieten zu dramatischen Überschwemmungen durch sintflutartige Regenfälle geführt hat, wird immer deutlicher, dass eine "nachhaltige Entwicklung" den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen, Investitionen in Bildung und Gesundheitsversorgung für die Armen und Besitzlosen, sowie den Schutz der biologischen Vielfalt erfordert. Diese Nachhaltigkeitsziele müssen die internationalen Bemühungen um den Wiederaufbau leiten, wenn wir als Menschheit überleben wollen.

Gott, inspiriere uns, Wiederaufbaumaßnahmen zu schaffen, die eine nachhaltige Entwicklung fördert und voranbringen. Hilf uns, in unserem täglichen Leben Maßnahmen zu ergreifen, die zu einer nachhaltigen Zukunft für unseren Planeten beitragen. Segne unsere nationalen und internationalen Politiker, damit sie den Mut haben, jetzt zu handeln, um die Erde, unser gemeinsames Haus, wieder aufzubauen und die extreme Armut bis 2030 zu überwinden.

Internationale Tage der Solidarität—August 2021

6. und 9. August— Weltweites Gedenken an den Atombombenabwurf in Hiroshima und Nagasaki

Hiroshima 8 21In diesen Tagen erinnern wir uns an die beiden einzigen Einsätze von Atomwaffen im Rahmen von Kriegshandlungen. Wir wissen um die entsetzlichen, unmittelbaren und menschlichen Opfer und die anhaltenden langfristigen Auswirkungen auf die Gesellschaft. Diese Massenvernichtungswaffen löschten Hiroshima und Nagasaki mit einem Schlag aus und töteten über 200.000 Menschen, überwiegend Zivilisten. Tausende weitere starben in den folgenden Monaten an Verbrennungen, der Strahlenkrankheit und anderen Verletzungen, die sich durch Unterernährung und Krankheiten noch verschlimmerten. Viele weitere Menschen litten und starben in den nächsten 20-40 Jahren an den Langzeitfolgen der Strahlenkrankheit. Seit diesen beiden entsetzlichen Tagen im August 1945 wurden leider unzählige Billionen Dollar und wissenschaftliche Erkenntnisse in die Entwicklung noch leistungsfähigerer und tödlicherer Atomwaffen investiert.

Die nukleare Verseuchung der Erde und ihrer Bevölkerung durch die Entwicklung von Atomwaffentests erstreckt sich von den Bikini- und Enewetak-Atollen auf den Marshallinseln über Alamogordo NM und die Wüste von Nevada bis nach Tahiti in Französisch-Polynesien, Maralinga in Südaustralien und Semipalatinsk in Kasachstan. Die Entwicklung immer raffinierterer Waffen und Trägersysteme verschlingt weiterhin Ressourcen, die dringend für die Erhaltung der Erde und die Bereitstellung von Wasser, Gesundheitseinrichtungen, Wohnraum, Bildung und Nahrung benötigt werden.

Am 7. Juli 2017 stimmten 122 Staaten in der UN-Generalversammlung für die Annahme des Atomwaffenverbotsvertrages (TPNW). Dieser Vertrag verbietet die Herstellung, den Einsatz und/oder den Besitz von Atomwaffen. Auch Papst Franziskus hat den Besitz solcher Waffen verurteilt. Wir fordern, dass die Staats- und Regierungschefs aktive Schritte unternehmen, um unsere Welt von diesen Massenvernichtungswaffen zu befreien, die leider die Macht haben, alles Leben auf der Erde zu zerstören. Lassen Sie uns stattdessen unsere begrenzten globalen Ressourcen nutzen, zum Schutz der biologischen Vielfalt, zur Beseitigung der weltweiten Armut und zur Bekämpfung des Klimawandels.

Großer Gott, wir ersehnen ein Ende der Produktion, des Besitzes und des Einsatzes von Atomwaffen. Hilf uns, im Einsatz für das Gemeinwohl aller Menschen und für den Schutz der Erde, unseres gemeinsamen Hauses. Führe uns weg von der Vergötzung von Atomwaffen, als ob sie die Macht hätten, uns zu schützen. Lass uns stattdessen liebevolle Beziehungen zueinander und zur gesamten Schöpfung gestalten, damit wir gemeinsam in Frieden leben können.

11. August—Fest der hl. Klara von Assisi

St Clare 8 21Die heilige Klara wurde am 16. Juli 1194 in Assisi als Chiara Offreduccio, als wunderschöne älteste Tochter von Favorino Sciffi, Graf von Sasso-Rosso, und seiner Frau Ortolana geboren. Obwohl in Reichtum und Privilegien geboren, wurde Klara von den Predigten des Heiligen Franz von Assisi inspiriert, ein Leben in radikaler Armut, in liebevollem Dienst an den Armen und Kranken und im Gebet zu beginnen. Als Mitbegründerin der franziskanischen Ordensfamilie zusammen mit dem heiligen Franziskus ermöglichte Klara Frauen den Zugang zu dieser franziskanischen Lebensweise. Sie war entschlossen, ihren eigenen Weg für ihre neue Frauengemeinschaft zu gehen. Sie beharrte darauf, dass ihre kleine Gemeinschaft in San Damiano außerhalb der schützenden Stadtmauern von Assisi leben konnte und den Armen beizustehen und ihnen zu dienen. Sie bot mit ihren Schwestern allen ihren Rat und ihre Hilfe an. Im Gegensatz zu den damaligen klösterlichen Gepflogenheiten wurden alle Schwestern gleichbehandelt, egal ob sie von adliger oder armer Herkunft waren. Sie sprach mit Päpsten und Bischöfen über ihre Lebensweise nach dem Evangelium und weigerte sich, Kompromisse hinsichtlich ihrer Berufung durch Gott einzugehen. Durch ihre Hingabe an ein einfaches Leben, die Sorge für die Schöpfung, ihr Engagement für Gewaltlosigkeit und ihren mutigen Dienst an den Armen veränderten sie und Franziskus die Kirche und die Welt. Ihr prophetisches Zeugnis inspiriert auch mehr als 800 Jahre nach ihrem Tod nicht nur Anhänger in der katholischen Kirche, sondern Menschen aus verschiedenen Nationen und Religionen.

Gott, wir danken dir für das inspirierende Leben der heiligen Klara. Wie sie beten wir darum, aufrichtige Menschen zu sein, die nie Kompromisse bei dem eingehen, was sie für wahr halten, sondern immer offen sind für neue Sichtweisen und neue Beziehungen. Mögen wir als Schwestern und Brüder füreinander und für die ganze Schöpfung leben und die göttliche Gegenwart verehren, der wir jeden Tag begegnen. Halte uns, wie Klara, offen für die Bedürfnisse unserer Zeit und lass uns mit Großzügigkeit, Standhaftigkeit, Liebe und Mitgefühl darauf antworten.

19. August— Welttag der humanitären Hilfe

Humanitarian day 8 21In Zeiten, in denen Naturkatastrophen, Krankheiten und Gewalt weltweit verheerende Schäden anrichten, leisten Helferinnen und Helfer persönlich jede nur denkbare Hilfe, oft unter Einsatz ihres eigenen Lebens. Der Welttag der humanitären Hilfe ehrt diese selbstlosen Helden, die den Menschen helfen und ihnen Rettung, Nahrung und Wasser, Unterkunft oder Medizin schenken. Sie haben ein offenes Ohr und ein mitfühlendes Herz, sie trösten die Leidenden und wecken Hoffnung für die Betroffenen. Zum Wiederaufbau von Leben gehört viel mehr als der Wiederaufbau von Häuser. Es geht darum, Hoffnung inmitten von Verzweiflung, Vertrauen inmitten von Verrat, Liebe inmitten von Hass und Gewalt und Frieden inmitten von Konflikten wiederherzustellen. Humanitäre Helfer verlassen Familie, Freunde, Sicherheit und alles, was ihnen vertraut ist, um weltweit Krisenhilfe zu leisten. Sie helfen, Leben wieder aufzubauen, Tag für Tag und von Mensch zu Mensch. Heute feiern wir sie!

Gott, wir beten für alle humanitären Helfer, von denen viele ihr Leben riskieren, um das Leid anderer zu lindern.   Bewahre sie vor Schaden, so dass sie Hoffnung und Heilung, Mitgefühl und Trost, ein offenes Ohr und Liebe zu den Menschen bringen können, deren Leben durch Krankheit, Naturkatastrophen, Gewalt oder Krieg aus den Fugen geraten ist. Inspiriere uns, diese Helfer durch unser Gebet und unsere Spenden zu unterstützen, wo immer wir dazu in der Lage sind.

23. August— Internationaler Tag zum Gedenken des Menschenhandels und seiner Abschaffung

Slave Trade 8 21In der Nacht vom 22. auf den 23. August 1791 kam es auf der Insel Saint Domingue (dem heutigen Haiti) zu einem Aufstand, der maßgeblich zur Abschaffung des transatlantischen Sklavenhandels beitrug. Der Aufstand führte schließlich zur Unabhängigkeit Haitis von den Franzosen im Jahr 1804 und war der einzige Sklavenaufstand, der zu einem Staat führte, der von ehemaligen Sklaven regiert wurde.

Die Sklaverei war nur durch die Leugnung der uneingeschränkten Menschenwürde "zu rechtfertigen". Durch die Vorstellung, dass bestimmte Rassen anderen überlegen sind, konnte die weiße Vorherrschaft florieren und Kulturen, Religionen, gesellschaftliche Strukturen und das Rechtssystem dominieren. Auch heute noch leben wir mit dem rassistischen Erbe der Sklaverei, das so viele Menschen auf der ganzen Welt betrifft. Wenn wir das offizielle Ende des transatlantischen Sklavenhandels begehen, erinnern wir an die angeborene Würde eines jeden Menschen. Wir sind uns bewusst, dass es noch viel zu tun gibt, um uns von dem anhaltenden Rassismus und der Vorherrschaft der Weißen zu lösen.

Gott, segne in besonderer Weise jene Menschen, die unter dem Rassismus leiden, der in vielen Teilen der Welt nach wie vor in den gesellschaftlichen Strukturen verankert ist. Hilf uns, die Menschenwürde und die göttliche Gegenwart in jedem Menschen zu sehen. Öffne unsere Herzen, um eine Präsenz des Friedens und der Versöhnung zu sein. Hilf uns, aktiv daran zu arbeiten, den Rassismus in uns selbst, in unseren Gemeinschaften, in unseren Ländern und in der Welt zu besiegen.

26. August— Tag der Gleichberechtigung der Frau

Womans equalitity 8 21Am 26. August 1920 erhielten die Frauen in den Vereinigten Staaten das Wahlrecht, nachdem der 19. Zusatzartikel zur Verfassung der Vereinigten Staaten nach 72 Jahren des Ringens unterzeichnet wurde. Im Jahr 1971 reichte die Kongressabgeordnete Bella Abzug eine Resolution ein, die den 26. August eines jeden Jahres zum Tag der Gleichberechtigung der Frau erklärte. Heute wird dieser Tag auf der ganzen Welt zu Ehren der Frauen gefeiert, um für das Recht der Frauen einzutreten, gleichberechtigt mit den Männern an allen Aspekten des familiären, gemeinschaftlichen, religiösen, sozialen und politischen Lebens mitwirken zu können. Viele dieser mutigen Menschen setzen ihr Leben aufs Spiel, um Frauen und Mädchen auszubilden und sie zu befähigen, ihre Träume zu verwirklichen. In den Zielen für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen wird die Gleichstellung von Frauen als wesentliche Voraussetzung für die Beseitigung der Armut und die Förderung der Entwicklung von Gemeinschaften in Schwierigkeiten anerkannt. Wenn Frauen ihr volles Potenzial entfalten, ist ein globaler Wandel und eine nachhaltige Entwicklung möglich.

Gott, wir beten für alle Frauen und Mädchen auf der Welt, die immer noch darum kämpfen, dass ihre Stimme gehört wird. Hilf uns, unseren Schwestern mit Worten und Taten beizustehen, damit sie ohne Angst leben und die Zwänge, die sie einschränken, durchbrechen können. Verändere die Herzen und die Köpfe aller Menschen, damit Frauen respektiert und ausgebildet werden, um ihr volles Entwicklungspotenzial auszuschöpfen. Wir danken dir für die vielen wunderbaren und heldenhaften Frauen, die uns vorausgegangen sind.

29. August— Internationaler Tag gegen Atomtests

Nuclear test 8 21Die Geschichte der Atomtests begann am frühen Morgen des 16. Juli 1945 auf einem Testgelände in der Wüste von Alamogordo, New Mexico, als die Vereinigten Staaten ihre erste Atombombe zündeten. In den fünf Jahrzehnten zwischen diesem verhängnisvollen Tag und der Unterzeichnung des Vertrags über das umfassende Verbot von Nuklearversuchen (Comprehensive Nuclear-Test-Ban Treaty, CTBT) im Jahr 1996 wurden weltweit über 2.000 Atomtests durchgeführt.

Es gibt nur einen Grund, weiterhin Atomwaffen zu testen, und das ist die Absicht, diese Waffen in Zukunft auch einzusetzen. Weder ein offensiver noch ein defensiver Einsatz von Atomwaffen ist zu rechtfertigen, da ihr Einsatz unter allen Umständen die Zerstörung unseres Planeten zur Folge haben würde. Die radioaktive Verseuchung, die Tausende von Jahren andauern kann, würde die Erde für den Menschen unbewohnbar machen. Mit dem heutigen Wissen sind sie sowohl moralisch als auch praktisch unnötig. Warum vergeuden wir weiterhin Milliarden von Dollar unserer Weltressourcen für die Entwicklung, den Einsatz, die "Modernisierung" und die Lagerung dieser Waffen, die niemals eingesetzt werden dürfen? Nur Nordkorea testet weiterhin Atomwaffen. Es ist höchste Zeit, über ein Testverbot hinauszugehen und selbst den Besitz solcher Waffen zu verbieten. Unser Leben auf dem Planeten Erde hängt davon ab!

Gott, wir bitten um ein Ende unserer Verherrlichung von Atomwaffen. Ermutige uns, ihre Abschaffung zu fordern. Bewege uns dazu, von den Regierungen in aller Welt ein sofortiges Ende der Atomwaffentests und ein Ende der Produktion, des Einsatzes und des Besitzes von Atomwaffen zu fordern. Hilf uns, dass wir unsere Aufmerksamkeit und unsere Ressourcen darauf richten, uns der weltweiten Bedürfnisse der Menschheitsfamilie und der Bewahrung der Schöpfung zu widmen.

30. August— Internationaler Tag der Opfer des gewaltsamen Verschleppens von Personen

Devastating 8 21Im Jahr 2010 erklärten die Vereinten Nationen den 30. August zum Internationalen Tag der Opfer des gewaltsamen Verschleppens. Unter gewaltsamem Verschleppen versteht man die Festnahme, Inhaftierung, Entführung oder jede andere Form des Freiheitsentzugs durch staatliche Organe oder durch Personen oder Personengruppen, die mit Genehmigung, Unterstützung oder Duldung des Staates handeln, gefolgt von der Weigerung, den Freiheitsentzug anzuerkennen, oder von der Verheimlichung des Schicksals oder des Verbleibs der verschwundenen Person, wodurch diese Person dem Schutz des Gesetzes entzogen wird. Viele Opfer tauchen nie wieder auf. Andere werden später gefoltert und getötet.   Das gewaltsame Verschleppen von Personen soll Menschen einschüchtern, die sich für Gerechtigkeit im Namen der Armen und Unterdrückten einsetzen. Das Verschleppen von Menschen terrorisiert ganze Bevölkerungsgruppen mit dem Ziel, jegliche Bemühungen um gesellschaftliche Veränderungen im Sinne der Gerechtigkeit zu unterdrücken. Diese außergerichtlichen Maßnahmen stellen einen Verstoß gegen die Menschenrechte und das Völkerrecht dar.

Beten wir für alle Opfer des gewaltsamen Verschleppens und für ihre Familien und Gemeinschaften, die nach Gerechtigkeit, Sicherheit und Respekt verlangen.   Beten wir auch für die Regierungs- und Militärführer, die sich auf solche Taktiken der Unterdrückung und Einschüchterung einlassen. Mögen sie dem Volk, dem sie eigentlich dienen sollten, von Herzen zuhören. Wir beten auch für diejenigen, die Zwangsentführungen und geheime Verhaftungen im Namen anderer durchführen. Mögen sie sich weigern, sich am Leid anderer zu beteiligen, und mögen sie den Mut haben, solche Praktiken zu stoppen. Stärke die internationalen Bemühungen, die Täter dieser Verbrechen vor Gericht zu stellen, und schütze all jene Zeugen, Staatsanwälte und Richter, die bei diesen Bemühungen ihr Leben riskieren.

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